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Wismar: 5-Millionen-Euro-Projekt : Forscher satteln um auf Elektrofahrzeuge

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Mit einem Wismarer Forschungsprojekt soll der ÖPNV im strukturschwachen ländlichen Raum wieder belebt werden. Fahrgäste sollen künftig mit Elektro- und Hybridbussen umweltschonend so schnell am Ziel sein wie mit Auto.

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erstellt am 15.Mär.2012 | 10:27 Uhr

Wismar | Mit einem mit fünf Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im strukturschwachen ländlichen Raum wieder belebt werden. Fahrgäste sollen künftig mit Elektro- und Hybridbussen umweltschonend auf der kürzest möglichen Strecke fast so schnell am Ziel sein wie mit Auto. Das erhoffen sich die Mitarbeiter um den Wismarer Professor Udo Onnen-Weber. Sie starteten gestern das erste Elektromobilitäts projekt für den ländlichen Raum. "Das Projekt wird aufzeigen, dass der ÖPNV im ländlichen Raum durch den intelligenten Einsatz von Elektromobilität eine Perspektive hat", sagte der Wissenschaftler beim Start des Projektes "INMOD" in Wismar. Er und sein Team seien gespannt, was sich davon nachhaltig in Deutschland einführen lasse. Gleichzeitig warnte Onnen-Weber: "Ohne ÖPNV müssen wir den peripheren, strukturschwachen länd lichen Raum auf Dauer aufgeben - mit gravierenden politischen, sozialen und Sicherheits-Folgen." In vier Testregionen in MV wollen die Forscher herausfinden, wie die Mobilität in ländlichen Regionen mit umweltschonender und moderner Elektromobilität verbessert werden kann. Eine dieser Testregionen ist der Landkreis Nordwestmecklenburg mit der Region Boltenhagen-Priwall. Die Projektmitarbeiter legen dort ihr Hauptaugenmerk auf Pendler und Touristen. "Wir werden um den 1. Juli herum mit dem Betrieb auf den ÖPNV-Strecken beginnen", kündigte Onnen-Weber an. Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre.

Aus Sicht des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, ist die Elektromobilität eine der Schlüsseltechnologien, damit Mobilität auch in Zukunft bezahlbar bleibe. "Wir können durch wichtige Innovationen uns neue Märkte erschließen, in dem wir Projekte wie dieses haben, und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt voranbringen. Wir haben uns vorgenommen, dass wir Deutschland zum Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität in der ganzen Welt machen wollen", sagte Ferlemann beim gestrigen Projektstart in Wismar.

Das Bundesministerium ist mit 3,4 Millionen Euro der große Fördergeldgeber. Weitere 1,7 Millionen Euro kommen vom Schweriner Ministerium für Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Dessen Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich sagte in Wismar: "Ich bin sehr gespannt, was bei diesem Projekt herauskommt. Werden die Leute tatsächlich aufs Auto verzichten und sich aufs Pedelac schwingen, funktioniert das Ganze auch im Winter, machen die älteren Bürger mit? Das sind spannende Fragen, ich freue mich schon auf die Ergebnisse".

Nach Ansicht von Nordwestmecklenburgs Landrätin Birgit Hesse beinhaltet das Projekt eine echte Vision. "Die Zukunft des länd lichen Raumes ist maßgeblich gebunden an eine attraktive und verlässliche Mobilität. Gerade ältere Menschen haben große Probleme, sich ohne Auto mit Lebensmitteln zu versorgen", verdeutlichte Hesse. Neue Ideen seien gefragt.

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