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Girls’ Day in Woitendorf : Försterin – warum denn nicht?

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

40 Gadebuscher Schülerinnen begaben sich in den Wald und informierten sich über Berufe in der Forstwirtschaft

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Festes Schuhwerk statt Hackenschuhe, grüne Wetterjacke statt kleines Schwarzes, rauhe Natur statt wohligem Büro-Ambiente – zugegeben, wohl die allerwenigsten jungen Mädchen träumen davon, einmal Forstwirt zu werden. Dennoch machten sich gestern 40 Schülerinnen der Gadebuscher Heinrich-Heine-Schule im Woitendorfer Wald ein Bild vom Job in der Natur. Denn gestern war Girls’ Day – der Tag, an dem Mädchen in ganz Deutschland in typische Männerberufe hineinschnuppern.

Noch bevor es an sechs vom Forstamt vorbereiteten Stationen so richtig los ging, lernten die Mädchen dabei vor allem eines: Forstwirte müssen hart im Nehmen sein. Denn die Arbeit in der Natur bedeutet Arbeit auch bei Wind und Wetter. „Um diese Jahreszeit ist es immer kalt. Da heißt es, eine dicke Jacke dabei zu haben und sich viel zu bewegen“, sagt Thomas Krüger. Er ist einer von 14 ausschließlich männlichen Forstwirten im Bereich des Forstamts Radelübbe, zu dem auch das Woitendorfer Revier gehört. „Zwar haben wir mit neun Frauen unter insgesamt 38 Mitarbeitern einen hohen Frauenanteil. Aber eine Revierförsterin ist nicht dabei“, bedauert Amtsleiter Dr. Christof Darsow.

Dabei ist eine Ausbildung zum Forstwirt gar nicht mal die schlechteste. Verdienen in vielen Ausbildungsberufen die Lehrlinge nicht gerade besonders viel Geld, liegt das Ausbildungsgehalt als Forstwirt immerhin im Mittelmaß. Im ersten Ausbildungsjahr gibts zwischen 530 und 630 Euro, im Jahr darauf liegt es bei 570 bis 680 Euro und im dritten Ausbildungsjahr sogar zwischen 640 und 730 Euro brutto. „Als Friseurin gibt es im dritten Lehrjahr gerade mal 341 Euro. Da würde ich mir doch dreimal überlegen, ob ich die Dritte aus meiner Klasse sein will, die das macht. Deshalb rate ich euch, seid wählerisch und sucht euch Betriebe mit richtigen Karrierechancen“, rät Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender vom Deutschen Gewerkschaftsbund/Bezirk Nord.

Und auch Birgit Hesse, Gleichstellungsministerin in MV, machte den Gadebuscher Mädchen Mut zu ungewöhnlichen Entscheidungen und zum Sprung in einen Männerberuf. „Die Möglichkeiten in Branchen, die bislang oftmals eher als klassische Männerberufe galten, sind für junge Frauen immens. Und außerdem machen wir Frauen viele Sachen sowieso mit viel mehr Herz und Verstand als die Männer.“

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