zur Navigation springen

Wismar : Flüssiggas-Antriebe für den Einsatz in der Kälte

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der erste in Europa hergestellte mit Flüssiggas und Diesel betriebene Dual-Fuel-Schlepper ist mit Antrieben aus der Kreisstadt ausgestattet

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Nach erfolgreichem Abschluss seines Seetestprogramms hat der spanische Schiffbauer Astilleros Gondan mit dem Schlepper „Dux“ den ersten in Europa hergestellten mit Flüssigerdgas (LNG) betriebenen Dual-Fuel-Schlepper in Dienst genommen. Angetrieben wird dieser von zwei leistungsstarken Antrieben, die im Wismarer Standort der Schottel-Gruppe mit Hauptsitz in Spay am Rhein gefertigt wurden.

Der Schlepper „Dux“ mit einer Länge von 40,2 Meter und einer Breite von 16 Metern ist das erste von drei Schiffen, die vom kanadischen Unternehmen Robert Allan Ltd entworfen wurden. Der Eskortschlepper wird für Norwegens staatliches Energieunternehmen Statoil an dessen LNG-Terminal im norwegischen Hammerfest eingesetzt. Dabei steht „Dux“ nicht nur für Eskortdienste zur Verfügung. Der Schlepper kann auch beim Anlegen und für Notfalldienste wie Schleppen mit langer Leine, Feuerlöschen und Ölunfallbekämpfung eingesetzt werden. Der Mehrzweckschlepper wurde entsprechend den neuesten Schiffbaustandards gefertigt und ist somit auch unter härtesten Umgebungsbedingungen, z. B. bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius, voll einsatzfähig. Sowohl „Dux“ als auch die zwei nachfolgenden Schwesterschiffe werden hauptsächlich mit Flüssiggas betrieben, wobei sie gegebenenfalls auch auf Diesel umsteigen können. Das Schiff kann eine achtköpfige Besatzung beherbergen und bietet durch reduzierte Schwingungen und Lärm einen besonders hohen Komfort bei nur 45 Dezibel in den Kabinen.

Neben den beiden Ruderpropellern aus Wismar wird das Schiff mit zwei Hauptantrieben mit einer Leistung von jeweils 3000 Kilowatt angetrieben. Zusätzlich ist der Schlepper mit einer Querstrahlanlage mit einer Leistung von 250 Kilowatt ausgestattet. Dank dieser leistungsstarken Antriebsanordnung ist das Schiff bestens für seine diversen Einsatzmöglichkeiten gerüstet, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten und mit 107 Tonnen eine besonders hohe Zugkraft.

Nach der Markteinführung der in den Schottel-Antrieben verbauten VarioDuct-SDV45-Düse wurde diese für den Antrieb des „Dux“ erstmals eingesetzt. Nach Analysen und Versuchen wurde die Form der Düse angepasst, um eine noch höhere Leistungsfähigkeit zu erzielen, gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch zu verringern und einen höheren Gesamtwirkungsgrad von Schiffen zu erzielen. In Verbindung mit einem passenden Antrieb sind bei einer bestimmten Geschwindigkeit Kraftstoffeinsparungen von bis zu zehn Prozent möglich. Durch ihren relativ kleinen Durchmesser ist die Düse außerdem für den Betrieb in flachen Gewässern geeignet.

Gute Nachrichten für Schottel: Das französische Unternehmen Louis Dreyfus Armateurs hat bereits den Bau eines Windpark-Serviceschiffs in Auftrag gegeben, das von der türkischen Cemre-Werft gebaut und mit drei Ruderpropellern inklusive der neuen Düse aus Wismar ausgestattet wird.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen