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Nordwestkreis : Flüchtlingshelfer arbeiten am Limit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zusammenkunft zwischen Haupt- und Ehrenamtlern: Flüchtlingsarbeit ohne Helfer nicht mehr möglich

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Immer noch gibt es jede Menge offene Fragen von Ehrenamtlern an die Verantwortlichen des Landkreises, wenn es um die Asylbewerberversorgung geht. Das bewies am Sonnabendvormittag die dritte Zusammkunft zwischen Haupt- und Ehrenamtlern im Wismarer Rathaus. Mehr als 40 Unterstützer von Asylbewerbern machten zudem Vorschläge zur Verbesserung des Miteinanders.

„Es gibt keine obdachlosen Asylbewerber im Landkreis Nordwestmeckleburg. Wir haben immer einen Plan B“, sagte der Sozialarbeiter und Verantwortliche für die dezentrale Unterbringung, Roy Rietentiet, auf die Frage, wie viele Asylbewerber keine Wohnung finden hätten können. Denn von den Gästen aus Wismar und Umgebung waren Fragen nach dem Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten und die standardmäßige Ausstattung an der Tagesordnung. Ein Herd und eine Spüle gehöre auf jeden Fall zum Standard, forderten die Gäste. Selbst wenn viele Asylbewerber mit solchen Sachen erst eingewiesen werden müssten. „Ich finde, solche Standards sollte man auch für die Wohnungsgesellschaften zur Bedingung machen“, erklärte Sandra Rieck vom Verein „Das Boot“ aus Wismar. Sie fordere genauso wie viele andere Ehrenamtler zudem eine deutliche Vereinfachung von Abläufen und Terminvergaben für die Asylbewerber. So ist es derzeit normal, dass die Asylbewerber für administrative Erledigungen immer wieder auf den verschiedenen Ämtern vorstellig werden müssen. „Termine kann man beim ersten Besuch einer Behörde doch schon koordinieren und mitgeben“, forderte auch Tino Schwarzenrock von Bündnis 90/Die Grünen. „Wenn ich in Wismar lebe, mag das ja noch gehen, aber wenn ich am Rand des Nordwestkreises in Utecht oder Schlagsdorf wohne, gibt es jede Menge Probleme“, erklärte er. Das grenze dann auch schon an den Kräften der zahlreichen Ehrenamtler, die zwar gerne und immer wieder bereit wären, die Asylbewerber zu unterstützen, doch oft auch das derzeitige System nicht verständen. Deshalb bot die Leiterin der Ausländerbehörde des Landkreises Ina Schwaß an: „Bitte rufen sie mich montags an oder schreiben eine Mail, die auf unserer Internetseite zu finden ist. Wir haben zwar schon zwei Stellen mehr geschaffen, aber mein Team arbeitet wirklich schon über die Leistungsgrenze hinaus und kann die vielen Stapel nur noch abarbeiten.“ Während die Sprechzeiten dienstags und donnerstags völlig überfüllt wären, ist an den anderen drei Arbeitstagen die eigentliche Büroarbeit nicht mehr zu bewältigen. „Deshalb erledige ich montags viele Telefonate und E-Mails selbst. Anders geht es nicht mehr“, sagte Schwaß.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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