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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 02:12 Uhr

Gadebusch : Flüchtlinge nicht einfach wegjagen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

SVZ befragte Menschen auf der Straße zur aktuellen Situation / Eine Stichprobe zur Stimmung im Nordwestkreis

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 00:56 Uhr

Tag für Tag das gleiche Programm. Seit Wochen erreichen uns die immer gleichen Bilder von Menschen auf der Flucht. Von Menschen, die helfen und von Politikern, die selbiges von sich behaupten. Doch was denkt Otto-Normalverbraucher über den nicht abreißenden Flüchtlingsstrom? Wie ist die Stimmung auf der Straße? SVZ machte gestern eine Stichprobe und fragte Menschen vor Supermärkten. Das Ergebnis ist zweischneidig und reicht von Verständnis für Asylbewerber bis zur kompletten Ablehnung. Auffällig: Niemand der Befragten wollte seinen Namen nennen.

„Ich bin nicht dafür, dass die ganzen Flüchtlinge zu uns kommen, zumindest nicht in den Massen“, schränkt eine Dame noch schnell ein, die am liebsten gar nichts sagen möchte. Sie denke, es sind sowieso schon genügend Asylbewerber hier, räumte aber gleichzeitig ein, dass man in Gadebusch gar nicht so viel davon bemerke.

Die Flüchtlinge seien nun mal hier und man könne sie schließlich nicht einfach wieder wegjagen, meint ein 59-Jähriger, der ebenfalls der Meinung ist, dass es im Nordwesten doch ziemlich ruhig sei. Von Bekannten in Berlin habe der Gadebuscher schon viel Schlimmeres gehört. „Aber es muss schnellstmöglich geregelt werden, wer in Deutschland bleiben darf und wer nicht.“ Wichtig sei in jedem Fall, dass die Hilfesuchenden schnellstmöglich die deutsche Sprache erlernen und bereit sind, sich einzuordnen.

„Kriegsflüchtlingen sollte auf jeden Fall geholfen werden“, ergänzt seine Ehefrau. Die Menschen unseres Landes sollten doch nur einmal daran denken, dass viele Ältere nach dem Krieg selbst Flüchtlinge waren und wie vor 25 Jahren DDR-Bürger Zuflucht im anderen Teil Deutschlands gesucht hätten. Die Mentalität und die Kultur der Flüchtlinge heute unterscheide sich natürlich komplett von der unsrigen. „Darauf müssen wir uns, aber die Menschen, die zu uns kommen, sich genauso einstellen“, so die 64-Jährige weiter.

Eine ganz andere Problematik werfen zwei ins Gespräch vertiefte Herren auf dem Parkplatz vor einem Gadebuscher Supermarkt auf. Nämlich: Wer soll das bezahlen? „Sonst drehen Land und Kommunen jeden Groschen zweimal um. Aber hier wird mit Geld nur so um sich geworfen. Komisch, woher kommt nur so plötzlich das viele Geld“, fragt sich der Ältere von beiden, ein 73-jähriger Rentner. Die Zeche müssten sowieso wieder die Kleinen bezahlen, ist sich dessen Gesprächspartner sicher. „Da werden die Steuern hier ein bisschen angezogen und dort ein wenig heraufgesetzt. Denn Steuererhöhungen werden kommen“, ist der 66-Jährige sicher, „auch wenn die Politik uns etwas anderes erzählt.“

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