Wismar : Fliegende Steine und Chaos

Die Flotte der Dienstfahrzeuge des Bützower Reviers umfasst zehn Polizeiwagen.
Die Flotte der Dienstfahrzeuge des Bützower Reviers umfasst zehn Polizeiwagen.

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag Chaos gestiftet und einen Mann schwer verletzt

svz.de von
28. September 2017, 21:00 Uhr

Fliegende Glasflaschen, gegen Schilder geworfene Gehwegplatten, blutende Platzwunden – in Wismar spielten sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Szenen ab, die an die Krawalle des G20-Gipfels in Hamburg erinnern. Die Randalenacht endete für einen 70-Jährigen mit einem Krankenhausaufenthalt. Unbekannte Täter schlugen ihm mehrfach mit einem Glasfieberstock auf den Kopf.

Die Krawalle begannen nach Zeugenaussagen um 1.19 Uhr in der Dankwartstraße. Ein lauter Knall ließ die Bewohner aufschrecken und die Polizei alarmieren. Verursacht wurde er vermutlich durch gefüllte Bierflaschen, die unter anderem gegen die Schaufensterscheibe eines Tattoostudios geworfen wurden und diese entsprechend lädierten.

Um 2.11 Uhr knallte es erneut. Eine Anwohnerin in der Dahlmannstraße meldete den Krach, der durch eine Gehwegplatte verursacht wurde. Die Täter hatten sie aufbehoben und vor eine Haustür geworfen. Dort zerbarst sie krachend. Es wird vermutet, dass die Täter auf dieselbe Weise die Informationstafel der dort ansässigen Zahnarztpraxis demolierten.

Die Zeugin konnte anschließend Schreie im Bereich des Kreisverkehrs Dahlmannstraße, Lübsche Straße, Ulmenstraße hören. Dort wurde ebenfalls ein weiterer Anwohner auf Schreie eines Mannes aufmerksam, der stark blutend auf der Dahlmannstraße lief. Dabei handelte es sich um einen 70-Jährigen, der mit seinem Fahrrad und Anhänger unterwegs war, um Pfandflaschen zu sammeln. Einer der beiden Randalierer zog einen Glasfieberstock aus dem Anhänger des Flaschensammlers und schlug nach Polizeiangaben unvermittelt mehrmals auf dessen Kopf ein. Dabei erlitt der Geschädigte stark blutende Platzwunden am Kopf. Nach dem Eintreffen der Polizei und der Sanitäter wurde der verletzte Mann mit einem Rettungswagen ins Klinikum gefahren.

Selbst nach dieser Tat setzten die unbekannten Täter ihren zerstörerischen Weg fort. Sie schoben den Schwedenkopf aus der Dahlmannstraße auf die Straße. Die Polizeibeamten des Polizeihauptreviers Wismar, die auf der Anfahrt zum verletzten Pfandsammler waren, mussten zunächst schnellstmöglich das Hindernis von der Straße heben, um andere Verkehrsteilnehmer vor drohenden Gefahren zu schützen, bevor sie zum Einsatzort weiterfahren konnten.

Die gefährliche Körperverletzung, die Sachbeschädigungen sowie der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr wurden zur Anzeige gebracht. Zeugen, die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Bereich der Dankwartstraße sowie der Dahlmannstraße auffällige Personen gehört und gesehen haben, werden dringend gebeten, sich beim Polizeihauptrevier Wismar unter der Telefonnummer 03841/2030 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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