Doppik kostet Amt Gadebusch 150 000 Euro : Finanz-Umstellung wird teuer für Kommunen

Die von der Innenminister-Konferenz verordnete Umstellung auf die so genannte Doppik kommt Kreisen, Städten und Gemeinden teuer zu stehen. Allein das Amt Gadebusch beziffert die bisherigen Ausgaben auf etwa 150 000 Euro.

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28. Juni 2012, 07:04 Uhr

Gadebusch | Teure Bürokratie: Die von der Innenminister-Konferenz verordnete Umstellung der Haushaltssysteme auf die so genannte Doppik kommt Kreisen, Städten und Gemeinden teuer zu stehen. Allein das Amt Gadebusch beziffert die bisherigen Ausgaben auf etwa 150 000 Euro. Berater hätten ebenso bezahlt werden müssen wie Schulungen und EDV-Umstellungen, sagt Hauptamtsleiter Matthias Jankowski. Auch personelle Verstärkungen habe es geben müssen, weil der Aufwand für die Umstellung auf die doppelte Haushaltsführung in Konten enorm sei.

Nicht nur der Wert von Spielpläzen muss im Amtsbereich Gadebusch ermittelt werden, sondern auch der von 2918 Flurstücken, 274 Straßen, 41 Bushaltestellen, 20 Feuerlöschteichen und 76 Gebäuden. "Auch der Wert von Stühlen in Dorfgemeinschaftshäusern und von Straßenlaternen muss erfasst werden, um zwei weitere Beispiele zu nennen. Das gesamte Vermögen der Kommunen wird bewertet, selbst Alleebäume oder wie in Gadebusch der Stadtwald", so Jankowski.

Bis heute ist die Bewertung des Vermögens der Stadt Gadebusch nicht abgeschlossen. Auch eine Eröffnungsbilanz liegt bis dato nicht vor. "Für die Stadt fehlen noch Werte, die nicht erfasst worden sind. Von den Gebäuden in Gadebusch sind 81 Prozent bewertet, von den Straßen erst 27 Prozent", verdeutlicht Matthias Jankowski.

Zuletzt hatte es Kritik von Gadebuscher Stadtvertretern an dem vorgelegten Haushalt gegeben. Kommunalpolitiker fühlten sich nur unzureichend in die Erstellung des Finanzetats eingebunden. Darüber hinaus sollen Fragen durch die Verwaltung nicht oder nur unzureichend beantwortet und der Haushalt zu spät vorgelegt worden sein.

Amtsvorsteher Rico Greger weist diese Kritik zurück. Schon im Juni vergangenen Jahres hätten die Alarmglocken geschrillt, weil abzusehen gewesen sei, dass die Haushaltsumstellung personalbedingt nicht zu schaffen sei. Es sei bekannt gewesen, dass mit der Vorlage der Haushaltspläne in diesem Jahre später zu rechnen sei. "Das Schlimme ist, dass die Arbeit der Mitarbeiter kritisiert wird. Dabei sind sie bis an ihre Kapazitätsgrenze gegangenen", so Greger.

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