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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 18:58 Uhr

Wismar : Filmemacher warten auf Schnee

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Dann könnte der Regisseur Andreas Höntsch die letzten Szenen für seinen Weihnachtskurzfilm drehen

Über Schnee in diesen Tagen würden sich viele Menschen freuen. Regisseur und Filmemacher Andreas Höntsch besonders. Dann könnte er die letzten Szenen für seinen Weihnachtskurzfilm „Frohe Botschaft“ drehen. Und sich an Schnitt und Ton machen, damit der Musikfilm Weihnachten 2015 in die Kulturkinos des Landes kommen kann.

„Das wird ein Musikvideo zu einem Weihnachtslied von Wilhelm Weißmann“, erklärt Andreas Höntsch. „Weißmann ist in der Vokalmusik sehr bekannt“, so Höntsch. „Frohe Botschaft“ heißt das Lied von Wilhelm Weißmann, das er mit modernen Bildern und Techniken zum besinnlichen Musikvideo beziehungsweise Kurzfilm erhebt. Andreas Höntsch: „Es geht um die Geburt und die Ankunft Jesu. Stell dir vor, er wäre nicht in Bethlehem im Stall zur Welt gekommen, sondern in einem Indianertipi in Montana.“ Genau diese Geschichte sollen die sechs bis acht Minuten Kurzfilm zur Musik erzählen.

Im März dieses Jahres hatte Höntsch mit seinem Team mit den Dreharbeiten angefangen. „Ein riesiger Aufwand für acht Minuten Film“, schmunzelt er. Höntsch ist aber auch stolz, wen er alles für sein Projekt begeistern konnte. Angefangen mit der Jury der „Kulturellen Filmförderung“ in MV, die den Film finanziell unterstützt. „Wir haben ein minimales Budget für Fahrkosten, Patronen, Schwarzpulver und Pferdefutter beispielsweise“, erzählt Höntsch. Dazu Fachleute, die der renommierte Filmemacher selbst mal ausgebildet hat. „Das ist ein schönes Gefühl, wenn man jemanden ausbildet, der seinen Weg macht und doch wieder zu einem zurück findet!“

Gedreht wurde und wird in der Region. Die Geschichte beginnt mit einem Gottesdienst in Kirch Mulsow bei Neubukow, die Gottesdienstbesucher tragen Kleidung des 19. Jahrhunderts. „Parallel dazu sieht man das Lagerfeuer mit der schwangeren Indianerin“, beschreibt Andreas Höntsch. Auch die Szenen wurden in Mecklenburg-Vorpommern gedreht. In Neu Damerow zwischen Goldberg und Plau am See findet einmal im Jahr ein großes Treffen für Freunde des Wilden Westens statt – die perfekte Kulisse. Das Indianerdorf wird überfallen, nur die Frau mit ihrem Neugeborenen überleben, sind auf der Flucht und suchen eine neue Heimat. Viel Symbolismus und Bezüge zur Gegenwart. Dort – im Weihnachten unserer Zeit – kommen Indianerin und Baby an. „Alle kaufen ein, schmücken und feiern das Fest“, so der Filmemacher. „Aber die Fremde gehört nicht dazu, sie wird von Sicherheitsleuten aus dem Supermarkt in die Kälte geworfen.“ Die Szene wurde im Wismarer Marktkauf gedreht. „Etwas, was hier in Wismar sicherlich nicht passieren würde, aber in Berlin ist das alltäglich, dass Obdachlose auf der Suche nach einem warmen Ort aus den Bahnhöfen vertrieben werden.“

Geschichte und Lied enden auf dem Wismarer Supermarktparkplatz. „Die Frau steht dort einsam und verlassen. Wie in einer Vision erscheinen die Indianer, es fängt an zu schneien und sie verschwindet mit ihnen.“

Deswegen das Warten auf den Schnee. Ein paar Schneeflocken könnte Andreas Höntsch mit den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung hinzufügen, aber eine ganze Landschaft? In einer Szene geht die Indianerin durch eine Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten.

Nach dem Schnee beginnt für Regisseur und Filmemacher Andreas Hönsch die intensive Zeit der Nachbearbeitung. Schnitt und Ton. „Jeder Schuss, jeder Hufschlag, jeder Schrei muss nachsynchronisiert werden.“

 


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