Münzfest Gadebusch : Feuerwerk nur unter Auflagen

Kein Feuerwerk mit Storch - von dieser Position ist die Naturschutzbehörde des Landkreises abgerückt. Das Feuerwerk findet unter Auflagen statt.
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Kein Feuerwerk mit Storch - von dieser Position ist die Naturschutzbehörde des Landkreises abgerückt. Das Feuerwerk findet unter Auflagen statt.

Nachdem der Landkreis das Höhenfeuerwerk zunächst untersagt hatte, kam Genehmigung mit Bedingungen: Hintergrund ist Artenschutz

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02. Juli 2014, 06:00 Uhr

Große Aufregung wenige Tage vor Beginn des 20. Münzfestes: Die Naturschutzbehörde des Landkreises hat der Genehmigung für das beliebte Höhenfeuerwerk, das traditionell am Freitagabend stattfindet, eine Absage erteilt. „Der Bescheid, dass der Landkreis das Feuerwerk nicht genehmigt hat, ist am Montag im Amt eingetroffen“, sagt Andreas Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Gadebusch.  Der Grund: „Der Kreis hatte Bedenken wegen eines Storchennestes, das sich rund 600 Meter entfernt befindet. Man befürchtete, dass Störungen für die Tiere eintreten könnten“, fasst Lausen zusammen. Und kann gestern Nachmittag, nach mehreren Gesprächen mit den Zuständigen bei der Naturschutzbehörde des Landkreises, Entwarnung für  die Besucher des Münzfestes geben: „Wir konnten beweisen, dass es in den vergangenen 19 Jahren keine Störungen für die Störche gegeben hat“, so Lausen. „Wir sind sehr froh, dass das vom Tisch ist. Nicht zuletzt, weil viele Menschen extra  wegen des Feuerwerks zum Münzfest kommen.“ 

Lediglich kleine Auflagen muss die Stadt jetzt erfüllen: „Das Feuerwerk darf nicht so laut sein, der Feuerwerker muss deshalb  in einigen Fällen  andere Explosivkörper verwenden.“ Es sei ihm rätselhaft, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte,  wie es nach all den Jahren dazu kommen konnte. Das kann Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises, erklären: „Dies hängt mit einer artenschutzrechtlichen Prüfung zusammen, die bisher vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie durchgeführt wurde, neuerdings aber in unsere Zuständigkeit fällt“, so Rappen.

Nachdem vergangenen Mittwoch der Antrag auf Genehmigung eingegangen sei, habe der zuständige Kollege die Genehmigung aus artenschutzrechtlichen Gründen zunächst versagt, dies nach Gesprächen und  einer Begutachtung vor Ort jedoch zurückgenommen.  „Der Veranstalter hat von sich aus vorgeschlagen, dass die Raketen nur vereinzelt bis 40 Meter hoch fliegen, dass es keine Knalleffekte geben und es sich um ein leises Feuerwerk mit Leuchteffekten handeln werde.“

Insofern, so Rappen, sei nun zunächst einmal alles gut. „Allerdings war dies nur möglich, weil sich im Storchennest keine Jungen befinden. Wenn Junge dort gewesen wären, wäre es mit einer Genehmigung weitaus problematischer gewesen.“ Das Feuerwerk, sagt Mathias Maack, der das Münzfest mit seinem Unternehmen Maack Event im Auftrag der Stadt ausrichtet, werde genauso bunt, genauso lang und genauso viel wie in den vergangenen Jahren, „nur nicht ganz so hoch. Aber der Gast wird von diesem Unterschied nichts merken“, so Maack. 

Davon geht auch Bürgermeister Ulrich Howest aus. „Ich bin mir sicher, dass wir das bekannte Niveau des Feuerwerks halten  können.“ Bei einem Münzfest ohne Feuerwerk hingegen, so der Bürgermeister, hätte ein entscheidender Teil gefehlt. „Es ist gut, dass wir es behördentintern noch klären konnten.“

„Wir sind sehr froh, dass dies in der Kürze der Zeit geregelt werden konnte“, freute sich  auch Ingrid Schafranski, erste stellvertretende Bürgermeisterin. Sie hatte sich direkt nach Bekanntwerden der Absage mit dem amtierenden Landrat Gerhard Rappen in Verbindung gesetzt. „Dies ist ein Ergebnis, das für alle Beteiligten von großem Vorteil ist“, so Schafranski.

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