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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 15:57 Uhr

Gartenwelt in Bülow : Feuerwerk am Gartenzaun

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sattes Farbenspiel kündigt den Herbst an / Früchte sind im Salat und Dressing willkommen

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2016 | 02:19 Uhr


Ich kann mich immer nicht entscheiden, was schöner ist. Der Blütenflor an Bäumen und Sträuchern im Frühling oder das satte Farbenspiel der Früchte und Beeren im Spätsommer und Herbst.

Derzeit zeigt sich unser Garten auf dem Kastanienhof in satter, barocker Pracht. Die Obstbäume sind voller rotbackiger Äpfel und Birnen, die Zweige der Zwetschgen- und Pflaumenbäume biegen sich unter der gewaltigen Last ihrer Früchte.

Besonders bunt und vielfältig zeigt sich der Spätsommer jedoch in den Wildhecken rund um das Gartengelände. Die leuchtenden Farben der Früchte von Weißdorn, Wildrose, Pfaffenhütchen, Brombeere, Kornelkirsche, Schlehe und Fliederbeere wetteifern überragt von den Beerendolden der Eberesche um die Wette.

Ich kann mich gar nicht satt sehen und satt riechen an dieser Vielfalt der Farben und Düfte. Apropos „satt“, satt essen kann man sich an den heimischen Beerenfrüchten auch. Die meisten dieser Vitaminbomben, abgesehen von den Brombeeren, sind frisch vom Strauch gepflückt eher gewöhnungsbedürftig, machen sie doch einen spitzen Mund und stumpfe Zähne. Entgegen der landläufigen Meinung sind sie, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie die Früchte von Eibe und Faulbaum, aber nicht giftig.

Hier gilt, die Menge macht´s. Ein Kilogramm feinste Brüsseler Trüffelpralinen sind sicherlich genauso unbekömmlich wie die gleiche Menge Brombeeren oder Schlehen. Abgesehen von den Standardrezepten für Fruchtlikör, Sirup oder Marmelade finden Wildfrüchte in unserer Kastanienhof-Küche zunehmend als Aromaspender in Soßen, Chutneys und Dressings Verwendung. So bekommt beispielsweise ein Salatdressing aus Fliederbeerblüten Saft, Balsamico Essig, Senf, Zucker und verschiedenen Gewürzen von mir eine Bestnote.

Der Superhit ist allerdings ein Chutney aus Hagebutten, Ebereschenbeeren und Äpfeln, dass mein Partner Dirk unseren Gästen zu Geflügel und gebratenem Fisch anbietet. Ein wohliges Schnurren unserer Gäste ist immer garantiert.

Besonders heiß auf Wildbeeren sind allerdings unsere gefiederten Gartenbewohner. Das gesamte „Who`s Who“ der Vogelwelt schmaust in unseren Hecken. Oft haben wir das Nachsehen und gehen besonders bei der Brombeerernte leer aus. Schilder mit der Aufschrift „privat“ oder „Bitte nicht pflücken“ werden von Amsel, Mönchsgrasmücke und Kleiber stets ignoriert. Wildhecken werden übrigens seit Jahrhunderten nicht nur als Beerenlieferant genutzt. Sie schaffen durch ihre windbrechende Wirkung in Gärten ein Kleinklima, verhindern die Erosion des Bodens in Gärten und auf Feldern und halten Schneeverwehungen auf. Unzählige Tierarten, vom Insekt bis zum Säugetier sind in ihnen beheimatet.


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