Gadebusch : Feuerwehr sitzt auf dem Trockenen

Die Feuerwehr Gadebusch hat den Ernstfall geübt. Es brennt, Menschen werden vermisst und es gibt nicht genug Löschwasser.
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Die Feuerwehr Gadebusch hat den Ernstfall geübt. Es brennt, Menschen werden vermisst und es gibt nicht genug Löschwasser.

Löschwasser fehlt in einigen Orten: Gadebuscher Brandschützer üben Ernstfall bei Agrargenossenschaft in Buchholz

svz.de von
13. Juni 2018, 05:00 Uhr

Nach 15 Minuten wird das Wasser schon knapp. Die Werkstatt der Agrargenossenschaft Köchelstorf in Buchholz stünde da noch in Flammen, die Arbeiter im Gebäude wären da noch nicht gerettet.

Am Wochenende hat die Feuerwehr Gadebusch diesen Ernstfall geübt. Heraus kam, wenn es in Buchholz brennt, dann hat die Feuerwehr ein Problem. „Es gibt hier keinen Löschwasserteich“, sagt Sebastian Otto, Wehrleiter in Gadebusch. Also müsste Wasser aus dem Trinkwassernetz gezogen werden. Für solche Extremsituationen ist dies aber gar nicht ausgelegt, auch das hat die Übung gezeigt. „Ein Hydrant liefert rund 400 Liter Wasser pro Minute. Wenn es hier brennt, brauchen wir aber 2000 bis 2500 Liter pro Minute“, sagt Sebastian Otto.

Die Tanklöschfahrzeuge der beteiligten Wehren aus Mühlen Eichsen und Veelböken wurden deshalb zu Wassertaxis. Sie pendeln die rund zwei Kilometer bis nach Güstow zum nächsten Hydranten. Dann zurück zum Brandort, Wasser in einen Vorratsbehälter entleeren, der aussieht wie ein Swimmingpool, und alles wieder von vorne. Alles in allem dauerte eine Tour rund zehn Minuten.

„Im Ernstfall würden weitere Tanklöschfahrzeuge alarmiert“, sagt Otto. Die kämen dann aus Rehna, Groß Rünz, vielleicht sogar Grevesmühlen und Schönberg. „Ein Löschwasserteich würde diesen Aufwand verringern.“

Dieses Problem gibt es nicht nur in Buchholz. Auch in Ganzow und Reinhardtsdorf müsste dringend die Löschwassersituation geklärt werden, hat der Bauausschuss von Gadebusch festgestellt. Wehrleiter Otto musste dort vor einigen Tagen Rede und Antwort stehen. Die Stadtverwaltung soll nun bis September Lösungsvorschläge vorlegen. „Wir erarbeiten das gerade“, sagt Matthias Jankowski vom Amt Gadebusch. So gab es kürzlich Gespräche mit dem Amt Rehna, wo in einigen Orten Brunnen gebohrt wurden. Auch diese Möglichkeit soll für Gadebusch erkundet werden.

Welche dramatischen Folgen der Löschwassermangel haben kann, musste im vergangenen Jahr ein Ehepaar in Schönfeld erfahren. Ihr Einfamilienhaus mit Carport und zwei Autos war in Flammen aufgegangen. Den Schaden hatte die Polizei auf mindestens 200 000 Euro geschätzt. Das Problem damals: Der Hydrant hatte nicht genug Wasser geliefert. Die Feuerwehr musste zwei weitere Schlauchleitungen mit einer Gesamtlänge von 800 Metern bis zu einem Teich legen.

Die Situation in dem Ortsteil von Mühlen Eichsen wurde mittlerweile verbessert. Steffen Freitag von der dortigen Wehr sagte, der Zugang zum Löschwasserteich wurde freigeräumt und die Feuerwehr könnte nun auch alte Forellenteiche nutzen.

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