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nach Brandanschlag in Jamel : Feuerwehr ist sauer auf die Polizei

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ehepaar Lohmeyer hofft darauf, dass sich die Wogen nach Ermittlungen glätten. Polizei sucht Brandstifter auch bei Feuerwehr

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Für die Lohmeyers in Jamel bedeuten die voreiligen Ermittlungen der Polizei vor allem einen Vertrauensverlust. Der Gägelower Kulturverein will auf seiner Vorstandssitzung beraten, wie es mit der Zusammenarbeit weitergehen soll.

In dem Verein sind die Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg aktiv sowie der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde, Bernd Kolz und auch Klaus Hagel als Schatzmeister. Sie alle wurden von der Polizei angerufen und sind sauer deswegen. Der Verein hatte auch das Festival für Demokratie und Toleranz unterstützt. Damit versuchen die Lohmeyers seit vielen Jahren den Blick auf die Probleme im „Nazi-Musterdorf Jamel“ zu lenken.

Birgit Lohmeyer hofft, dass sich die Wogen in nächster Zeit glätten. „Ich denke, wir sollten uns alle in Verbindung setzen.“ Sie wolle die Konflikte und Irritationen auflösen.

Ungemach droht auch von der Feuerwehr. Denn die Brandschützer aus Gägelow, Hohenkirchen und Naschendorf wurden von der Polizei befragt. Wann wurden sie alarmiert, wo waren sie zu dem Zeitpunkt,wie sind sie zum Gerätehaus gekommen? Die Beamten versuchten offenbar herauszubekommen, ob der Brandstifter aus den Reihen der Feuerwehr kommt. Das kam nicht gut an bei den Feuerwehrleuten. „Das hat unser Vertrauen in die Polizei schon erschüttert“, sagt einer von ihnen. Zudem seien sie aufgefordert worden, die Telefonnummern der Kameraden an die Polizei weiterzureichen. „Das wurde aber nur unter Vorbehalt gemacht. Wen einer von unseren Leuten das nicht wollte, ist die Nummer nicht weitergegeben worden.“ Zwei seiner Kollegen seien Beamte und haben die Herausgabe der Nummer nicht gewollt.

Befragt wurden auch Kameraden, die in der Nacht nicht bei den Löscharbeiten dabei waren. „Kollegen, die gearbeitet haben oder im Urlaub waren, wurden von der Polizei angerufen.“ Komisch finde er das. Nicht nur am Vorgehen der Polizei übt der Brandschützer Kritik. Der Kreisfeuerwehrverband hätte auch nicht hinter den Kameraden gestanden. Sie hätten die Polizei direkt an die Wehren weiterverwiesen, statt sich vor die Brandschützer zu stellen.

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