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Schlagsdorf : Feuerwehr erhält neues Einsatzfahrzeug

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Förderverein sammelt rund 18 000 Euro

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 00:53 Uhr

Bei der offiziellen Schlüsselübergabe am Wochenende hatte der neue Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Schlagsdorf seinen ersten Unfalleinsatz an der Raddingsdorfer Kreuz bereits hinter sich.

Aber nicht die Gemeinde war es, die den Schlüssel vergab. Bevor Bürgermeister
Ingo Melchin ihn an Wehrführer Stefan Becker weiterreichen konnte, nahm er ihn selbst vom Vorsitzenden des Fördervereins, Horst Oschätzky, in Empfang. Mit gemischten Gefühlen. „Eigentlich müssen wir uns schämen, dass die Gemeinde kein Geld dafür zur Verfügung stellen konnte“, sagte Melchin bei seiner Dankesrede.

Seit drei Jahren war bekannt, dass der alte T4 die technische Prüfung nicht mehr schaffen würde. „Die A-Säule am Fahrzeug war durchgerostet, so sehr, dass die Fenster zerbrachen“, erinnert sich der stellvertretende Wehrführer Klaus Diederichs. Was fehlte, war das Geld für eine Neuanschaffung. Jahrelang telefonierte sich der Förderverein-Vorsitzende Horst Oschätzky die Finger wund. Schließlich reichte es für einen Ford Transit Baujahr 2008.

„Den zu finden war erstaunlich schwer“, erzählt Diederichs, „vielfach wurden wir versetzt oder die Fahrzeuge waren schlechter als angegeben.“ Doch nun stand er da: Blaulichtleiste auf dem Dach und eine riesengroße silberne Schleife auf dem neuen feuerwehrroten Lack mit den gelben Streifen. Besonders stolz sind die Schlagsdorfer auf die moderne, über 4000 Euro teure digitale Funkanlage. Da die schleswig-holsteinischen Nachbarn jedoch noch analog funken, wurde auch ein analoges Funkgerät eingebaut, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Insgesamt 18 000 Euro kamen durch die Spendenaufrufe zusammen und ermöglichten dadurch die Neuanschaffung. „Damit werden wir unabhängiger und können schneller vor Ort mit einem koordinierten Einsatz beginnen“, erklärt Ingo Melchin, selbst zehn Jahre lang Wehrführer. Kostbare Minuten, die Leben retten können. In den nächsten Jahren, darin sind sich alle einig, werden die Wehren sich zu einem engmaschigen Netzwerk zusammen schließen müssen. „Ausrüstungen und Ausbildung werden immer teurer, das können sich viele Gemeinden bald nicht mehr leisten.“ Wehrführer Becker spricht damit den anderen aus dem Herzen. Umso wichtiger sei es, ergänzt Melchin, die Ausnutzung vorhandener Mittel und Technik durch eine noch bessere Kooperation zu optimieren, beispielsweise durch gemeinsame Anschaffungen. Nur so können auch kleine Wehren überleben, und gleichzeitig vom Know How der größeren profitieren.

Ohne Förderverein geht es schon heute vielerorts nicht mehr. In Schlagsdorf sorgten hundert Mitglieder und großzügige Sponsoren für das neue Einsatzfahrzeug der Wehr.

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