32 Einsätze in einem Monat : Feuerwehr an ihrem Limit

Blicken auf den einsatzreichsten Monat aller Zeiten  zurück: Ronny Plep, Maximilian Kummer und Sebastian Otto (v.l.).
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Blicken auf den einsatzreichsten Monat aller Zeiten zurück: Ronny Plep, Maximilian Kummer und Sebastian Otto (v.l.).

Gadebuscher Brandschützer erleben einsatzreichsten Monat in der Geschichte der Wehr

svz.de von
10. Juli 2014, 22:00 Uhr

Es sind arbeitsintensive Tage und Wochen die hinter den Gadebuscher Feuerwehrleuten liegen: Mit 32 Einsätzen im Juni haben die Kameraden den einsatzreichsten Monat in der 140-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch erlebt. Zu allein 26 Einsätzen mussten sie bei und nach dem Pfingst-Unwetter ausrücken, hinzu kamen unter anderem Großeinsätze bei Gollan und zwei Strohballenbrände sowie ein Feuer in einer Gartenlaube. Zum Vergleich: In den vergangenen zehn Jahren musste die Feuerwehr pro Jahr durchschnittlich zu 51 Einsätzen ausrücken.

Und auch der Juli verspricht für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte bisher nicht ruhiger zu werden: Sechs Mal wurden sie bereits alarmiert, zuletzt am Mittwoch, als ein Baum bei starkem Wind auf die Schienen der Bahnstrecke zwischen Schwerin und Rehna gestürzt war. „Eigentlich sind vier bis fünf Einsätze im gesamten Monat schon viel“, sagt Sebastian Otto, stellvertretender Wehrführer. „Dass es so kontinuierlich weitergeht, das hatten wir lange nicht mehr.“ Für die 64 aktiven Mitglieder der Gadebuscher Wehr bedeutet dies einen enormen Kraftaufwand: „Bei jeder Alarmierung muss man weg von der Arbeit, was ja auch nicht selbstverständlich ist. Und Brandeinsätze dauern in der Regel länger als zwei oder drei Stunden. Als im vergangenen Jahr der Alte Schafstall niederbrannte, waren wir 26 Stunden im Einsatz.“ 195 Arbeitsstunden sind während der zweitägigen Aufräumarbeiten an Pfingsten zusammengekommen. „Natürlich“, erklärt Otto, „ist dies eine Mehrbelastung. Zumal es trotz Regenerationszeiten ja auch nicht heißt, dass man den Rest der Woche frei hat.“

Auch Familien, ergänzt Ronny Plep, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Gadebusch, müssten zurückstecken. Insbesondere, da die Arbeit der Brandschützer nicht mit dem Einsatz ende: „Pro Einsatz kommen ein bis zwei Stunden Nachbereitung, beispielsweise das Reinigen und Bestücken der Fahrzeuge, hinzu. “ Denn die Einsatzbereitschaft müsse immer wieder hergestellt werden. Hinzu kommen die Dienstabende in der Wache, Ausbildungskurse, Alarmübungen und immer wieder auch Amtshilfe für andere Wehren. Wie am vergangenen Wochenende, als die Gadebuscher zu einem Wohnungsbrand in Roggendorf hinzu gerufen worden. „Diese Zusammenarbeit ist das A und O. Jeder hilft Jedem“, so Plep.

Trotz der Belastung durch die vielen Einsätze: Die Motivation der Kameraden sei nach wie vor hoch. „Bei dem Einsatz in Roggendorf hat das erste Einsatzfahrzeug 3 Minuten und 15 Sekunden nach der Alarmierung das Gerätehaus verlassen. Etwa 30 Kameraden sind als fester Stamm eigentlich immer da – vor allem abends, nachts, oft auch in der Urlaubszeit. Nur am Tag sind wir weniger, da viele Kameraden auswärts arbeiten müssen“, sagt Sebastian Otto. Die Gadebuscher Wehr ist froh um jeden, der Interesse an der Feuerwehr-Arbeit zeigt und bereit ist, sich zu engagieren, Frauen und Männer, Jung und Alt. „Das Mindestalter für den aktiven Dienst ist 16 Jahre, bis 65 Jahre darf man Einsätze fahren“, so Plep. Vier Stunden Dienstabende im Monat seien Pflicht, hinzu kommen Schulungen. „Ansonsten kommt es ganz darauf an, was man bei der Feuerwehr machen möchte, wie viel Zeit man aufbringen muss.“ Wichtig seien vor allem zwei Dinge: Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit.

Sie hofften, sagt Ronny Plep, dass diesen Monat nicht mehr so viel kommt. „Allerdings ist gerade die Erntezeit mit den Erntebränden immer eine intensive Zeit.“

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