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Landesfeuerwehrmuseum in Meetzen : Feuer und Flamme für das Hobby

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Gut Ding braucht Weile. Das weiß Uwe Rosenfeld. Vor 17 Jahren gründete er das Landesfeuerwehrmuseum. Bis heute trugen er und seine Mitstreiter 17.000 Exponate zusammen, die in Meetzen und Schwerin ausgestellt werden.

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erstellt am 28.Dez.2012 | 06:56 Uhr

Meetzen | "Zustand vor der Restaurierung" - dieses Schild steht vor einem betagten Löschfahrzeug in der Werkstatt des Landesfeuerwehrmuseums in Meetzen. "Da muss alles neu gemacht werden. Rund 2000 Arbeitsstunden müssen wir wohl reinstecken", sagt Uwe Rosenfeld und zeigt auf das rote Gefährt. Ob Motor oder Karosserie - das Modell TLF 16, das 1957 im Kraftfahrzeugwerk "Ernst Grube" in Werdau gebaut wurde, wird komplett in seine Einzelteile zerlegt. "Drei Jahre werden wir für die Restaurierung wohl brauchen", schätzt der Leiter des Museums. Gut Ding braucht Weile. Das weiß Uwe Rosenfeld am besten. Vor 17 Jahren gründete er das Museum, vor zwölf Jahren den Verein "Feuerwehrmuseum Meetzen". Bis heute trugen er und Vereinsmitglieder rund 17 000 Exponate zusammen, die an den Standorten Meetzen und Schwerin ausgestellt werden.

Es ist kalt an diesem letzten Freitag des Jahres in den Räumen und Hallen der ehemaligen Landmaschinenwerkstatt im kleinen Ort Meetzen. Zu kalt für Publikumsverkehr und deshalb wird das Museum auch erst wieder Ostern öffnen. Uwe Rosenfeld und seine aktiven Vereinskameraden nutzen die Wintermonate, um die Ausstellung an einigen Stellen noch zu überarbeiten. Die große Renovierung, die wurde bereits im vergangenen Winter und Frühjahr abgeschlossen. Neue Böden, neue Wandanstriche, neue Schautafeln. Die Besucher werden jetzt mitgenommen auf eine Reise durch die Feuerwehrgeschichte des Landes, sehen Helme, Uniformen oder Fahrzeuge aus der Zeit von 1841 bis heute. Rund 1600 Besucher verzeichnete das Museum in diesem Jahr. "Damit sind wir zufrieden", sagt Rosenfeld. Die Eintrittsgelder sind es, auf die der Verein angewiesen ist, um die Sammlung erhalten, optimieren und ausstellen zu können. "Kosten deckend ist das hier aber nicht", weiß Uwe Rosenfeld, der sich als selbstständiger Unternehmensberater mit Zahlen auskennt. Und wie das bei einem Hobby so ist - auch das eigene Geld fließt hinein.

Die Leidenschaft für die Feuerwehr entbrannte bei Uwe Rosenfeld in seiner Zeit bei der Bundeswehr. Der Hamburger gehörte zu einer Feuerwehreinheit. Die Materie faszinierte ihn, die Sammelleidenschaft begann. Als der heute 59-Jährige 1995 nach Meetzen zog, hatte er bereits 15 betagte Feuerwehrfahrzeuge in seinem Bestand. Mit der Gründung des Vereins nahm die Idee eines Museums Gestalt an, die alte LPG-Liegenschaft wurde in Ausstellungsfläche umgewandelt. Die Sammlung wuchs so schnell, dass der Raum knapp wurde. "Wir wollten hier erweitern, doch als das Biosphärenreservat bis nach Meetzen erweitert wurde, durften wir nicht mehr anbauen." Doch wohin nun mit all den Rohren, Schläuchen und Armaturen, den Kettensägen, Feuerlöschern, dem kompletten DDR-Löschzug W 50 und den mittlerweile anderen rund 160 Fahrzeugen aus 14 Ländern?

Letztlich wurde 2009 die von der Stadt Schwerin ausgemusterte Sport- und Veranstaltungshalle am Fernsehturm als zweiter Standort ausgesucht und angemietet. Neben den 1800 Quadratmetern Ausstellungsfläche in Meetzen kamen nun 4500 Quadratmeter in der Landeshauptstadt dazu. Das Internationale Feuerwehrmuseum Schwerin (IFM-Schwerin) ist mit seinen 16000 Exponaten nun Deutschlands größtes Feuerwehrmuseum, das allein im Jahr 2011 rund 14 000 Besucher anlockte. "Das Image der Feuerwehr ist in der Gesellschaft positiv behaftet. Kinder sind beim Thema Feuerwehr euphorisch, Erwachsene sind von der Technik angetan", erklärt der Museumsleiter das Interesse an den Ausstellungen. Uwe Rosenfeld ist beides: euphorisch und von der Technik begeistert - und er ist auch Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr.

Zeigen, vorführen, erleben - gerade der Nachwuchs wird in Meetzen an die Hand genommen, um ihm die Materie anschaulich zu machen. Es gibt einen Seminarraum, in dem mit Feuer experimentiert wird oder Archivfilme rund um das Thema Feuerwehr gezeigt werden. Dieser Raum - das gehört zu den Aufgaben des Vereins im kommenden Jahr - soll ausgebaut, einige andere Teile der Ausstellung überarbeitet werden.

Das Feuerwehrmuseum unterhält eine eigene Betriebsfeuerwehr mit zugelassenen Fahrzeugen. "Wenn die Freiwillige Feuerwehr Meetzen Unterstützung braucht, dann helfen wir", sagt Uwe Rosenfeld. Einsätze fahren, das wird das Tanklöschfahrzeug 16, das in der Werkstatt auf seine Restaurierung wartet, nicht mehr. Aber das Feuerwehrfahrzeug, das vor zwei Jahren in Berlin schon zur Verschrottung bereit stand, soll einen Platz im Museum bekommen - wenn in drei Jahren noch Platz in der Ausstellung da ist. "Aber vielleicht können wir ja doch noch erweitern", sinniert Uwe Rosenfeld. Gut Ding braucht halt Weile.

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