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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 17:58 Uhr

Stove : Fest für die Verbundenheit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Beim Dorffest kamen Alt und Jung zusammen, um sich beim Fußball und Tauziehen zu messen und gemeinsam zu feiern

Genau an der Linie: Beim Bierkrugschieben auf dem Dorffest in Stove schafft es Emanuel Becher, die volle „Maß“ mit Gefühl genau an den Zielstrich zu schieben. Zwei Freikarten für das Piraten Open Air in Grevesmühlen für den Wahl-Stover, 25 Euro für die Gemeindekasse und den guten Zweck: einen geplanten Kinderspielplatz, dem alle Erlöse aus dem Fest zugute kommen sollen.

Vor gut einem Jahr ist der Düsseldorfer nach Stove gezogen: „Wir sind sofort gut aufgenommen worden und fühlen uns rundherum wohl.“ Er schiebt Clemens Galkowski in den Vordergrund: „Er ist unser Ehrenbürger. Er mäht und hält alles instand, hilft, wo er kann.“ Auch im Vorfeld der Veranstaltung, als man nach einem Platz suchte für das geplante Fußballspiel „Alt gegen Jung“.

Bis nach Hamburg war Galkowski gefahren, um persönlich den Besitzer des Grundstücks hinter der ehemaligen Werkstatt um Erlaubnis zu fragen. „Das ist immer besser, sonst hätte er bestimmt abgelehnt.“ Keine Plakate, keine Girlanden, keine Luftballons, kein Hinweisschild: Nichts deutete beim Durchfahren darauf hin, dass die Stover am Wochenende ihr zweites Dorffest feierten. Eines für geladene Gäste, das die Nachbarorte Neschow und Cronskamp mit einbezog. Auch ehemalige Stover, vor allem ältere Mitbürger, die jetzt in Altersheimen leben, wurden nicht vergessen.

Ein Dorffest mit Gartenparty-Flair auf dem Platz beim Feuerwehrhaus. Obwohl gut besucht, kannte jeder jeden. Zwei Litfasssäulen, dicht an dicht beklebt mit Fotos aus alten Tagen, zogen die Besucher in ihren Bann. „Ich bin hier geboren, das auf dem Bild, das bin ich“, sagt Sigmund Heine. Auf einem Foto aus den 60er-Jahren, das Schüler in der Stover Grundschule zeigt, hat er sich wiedererkannt. Neben ihm steht seine ehemalige Lehrerin, Johanna Kreutzfeldt: „Ich habe bis in die 70er-Jahre in Stove, danach bis zur Pensionierung in Carlow unterrichtet.“

Norbert Baumann, Bürgermeister von Carlow, zu dessen Verwaltungsbereich Stove gehört, fühlt sich sichtlich zuhause: „Es gibt einen Trend zu kleinen, persönlichen Ortsveranstaltungen, bei denen nicht der Kommerz, sondern die Verbundenheit mit dem Wohnort im Vordergrund steht.“ Erst am Vormittag hatte man sich beim Triathlon am Mühlenteich getroffen. Jetzt fand man sich zum gemeinsamen Fußballspiel ein. Mit dem Bürgermeister als Schiri und begeisterten Zuschauern an der Linie, die so manches Mal den Kopf einziehen mussten, wenn der Ball im Überschwang als Querschläger Richtung Sanddorngebüsch unterwegs war.

Vorsorglich waren gleich mehrere Bälle mitgebracht worden. Als alt gegen jung geplant, hatte man kurzerhand umdisponiert auf „Grüne Trikots gegen Alltagskleidung.“ Mit von der Partie waren auch Hobby-Imker Gerald Keller und Sohn Brun, die als Mitglieder ihres Vereins Trisport-Stove e.V. erst wenige Stunden vorher den Triathlon beendet hatten. Auf Umwegen hat ihn das Leben zurück nach Stove geführt. „Es bringt einfach Spaß, hier zu leben.“

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