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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 23:00 Uhr

Tierschutz in Seefeld : Ferien auf dem Lottihof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Für Kinder und Erwachsene gibt es auf dem Anwesen in Seefeld 30 Schlafplätze. Vor sieben Jahre zog es die Vorsitzende aufs Land

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2017 | 04:45 Uhr

Mit den beiden Eseln Darwien und Namensgeber Lotti fing vor sieben Jahren alles an. Heute beherbergt der Lottihof in Seefeld bei Dalberg-Wendelstorf mehr als 150 Hunde, Katzen, Gänse, Kaninchen, Enten, Esel, Schweine, Hühner, Alpakas, Pfauen, Pferde, Schafe und Ziegen. Zwei zahme Hängebauchschweine sind der derzeitige Hingucker. Eine neu errichtete Vogelvoliere kann jetzt auch gefiederte Freunde aufnehmen. „Im vergangenen Jahr brachte man uns einen kleinen Kauz. Deshalb haben wir beschlossen, eine Vogelvoliere anzubauen“, erklärt Hannelore Joswig, Vorsitzende des Seefelder Vereins „Für Kinder und Tiere“.

Vor sieben Jahren waren sie und Tochter Christine aus Berlin auf das Dorf gezogen, um ihre Mission zu erfüllen: alten und geschundenen Tieren einen artgerechten Lebensabend zu ermöglichen. „Fast alle Tiere hier stammen aus beschlagnahmten Beständen“, berichtet die „Unruheständlerin“. Denn von Ruhe kann auf dem mehrere Hektar großen Gelände keine Rede sein. Die Bewohner der Hühnerfarm, des Saustalls, von Entenhausen oder der Teichpiraten benötigen nicht nur Nahrung, sondern auch viel Liebe. Denn fast alle kommen aus den schlechtesten Haltungsbedingungen.

„Unser Pferd Dancer beißt und lässt niemanden an sich heran. Er wurde vom Besitzer schwer misshandelt. Aus einer Legebatterie haben wir vor drei Wochen zehn Hühner bekommen. Denen wachsen jetzt zusehends wieder die Federn“, erzählt Joswig.

Wunderschöne Gänse schwimmen auf einem der vielen Teiche, doch noch vor wenigen Wochen hätte das bei den drei Tieren niemand für möglich gehalten. „Ich könnte noch viele Geschichten erzählen. Aber wir bieten den Tieren hier ein möglichst artgerechtes Zuhause. Jedes Pferd hat mindestens 500 Quadratmeter Auslauf“, sagt die Vereinsvorsitzende, die den Eintausch des Großstadtlebens mit dem Dorfleben keine Sekunde bereut hat. „Natürlich steckt in mir zwar eine Großstädterin, aber das hier ist mein Leben“, sagt Joswig.

Deshalb gibt es seit einiger Zeit auch für Kinder und Erwachsene die Möglichkeit, sich hier einzumieten und für längere Zeit vor Ort zu sein, um den Räuberwald, die Tiere oder das Säubern der Tiere kennenzulernen. 30 Schlafplätze stehen zur Verfügung.

„Ich bin schon mehr als zehn Mal hier gewesen. Jetzt habe ich meine beiden Freundinnen mitgebracht“, erzählt die neunjährige Jenna Wedler aus Krembz. Ihr gefalle die Art und Weise, wie man hier mit den Tieren umgeht und sich um sie kümmert. „Die erste Ferienwoche ging wie im Flug um. Das hat trotz Regen viel Spaß gemacht“, erzählt sie.

Doch der Lottihof bietet noch viel mehr. „Wir haben nun auch einen Schulungsraum und können auch für Gruppen aus Schulen oder Kindergärten Vorträge anbieten“, berichtet Hannelore Joswig. Außerdem gibt es auch eine Tagesbetreuung für Kinder.

Unterstützt wird der Verein von der „Aktion Tier“ und vom Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, doch auch jede Spende ist willkommen. Eng arbeitet der Verein mit dem Roggendorfer Tierheim zusammen. Regelmäßig wird sich geholfen oder ausgetauscht. „Zum Beispiel werden wir jetzt fünf kleine Katzen aus Roggendorf nehmen. Dort ist kein Platz mehr“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Wer sich von der Arbeit auf dem Lottihof überzeugen will, kann das am Sonnabend, 26. August tun. Dann wird es von 12 Uhr an ein Hoffest geben. Kinderschminken, ein Clown, eine Floßwasserfahrt, Filzen, Tierspaziergänge oder ein abendlicher Tanz stehen dann an.

Der Verein

Vor nunmehr sechs Jahren, im August 2011, wurde der Verein „Lottihof für Kinder und Tiere“ in dem kleinen Dorf Seefeld gegründet. Der Verein zielt darauf ab, das Verhältnis zwischen Mensch, Umwelt und Tier durch den hautnahen Kontakt zu den Lebewesen und der Natur zu verbessern.

Mittlerweile beherbergt der Lottihof mehr als 150 Tiere, die aus schlechter Haltung oder Beschlagnahmungen stammen sowie abgegeben worden sind. Der Verein will den zum Teil alten und geschundenen Tieren einen angenehmen Lebensabend ermöglichen.


 

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