Renzow : Fellknäule mit Ahnentafel

Hündin Ilara hat in diesem Jahr sieben Welpen geworfen. Alle sind bereits an Hundeliebhaber versprochen worden.  Fotos: Katharina Roese
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Hündin Ilara hat in diesem Jahr sieben Welpen geworfen. Alle sind bereits an Hundeliebhaber versprochen worden. Fotos: Katharina Roese

Katja Wiegand züchtet seit 1993 Golden Retriever. Ihre Mitgliedschaft beim Verband für das Deutsche Hundewesen garantiert gesunde, rassetypische Tiere

svz.de von
18. Juli 2014, 00:00 Uhr

Sieben kleine, flauschige Fellbälle toben auf dem Rasen. Zwischen den quirligen Knirpsen steht ihre Mutter, die Hündin Ilara, und hat ein Auge auf den Nachwuchs. Auch Katja Wiegand und ihre Tochter Lara stehen vor dem hüfthohen Zaun des Auslaufs und schauen den Welpen bei der spielerischen Entdeckung ihrer Umgebung zu. Mathilda, eines der weißen Fellknäule, kommt an den Zaun getapst und guckt neugierig, was die beiden Renzowerinnen da wohl machen.

„Mathilda werden wir behalten“, sagt Katja Wiegand, die bereits seit 1993 die Rasse Golden Retriever züchtet. Mit Mathilda soll die Zucht weitergehen. Die anderen „von Schnellenberg“-Welpen sind bereits versprochen und werden Ende kommender Woche von ihren neuen Besitzern abgeholt. „Dann sind sie acht Wochen alt und dürfen abgegeben werden“, erklärt die Züchterin.

Die Abgabe in einem Alter von mindestens acht Wochen ist eine der Auflagen, die der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) Züchtern macht. Und das ist nur eine der strengen Auflagen, sagt Katja Wiegand. Der VDH sei das einzige Gütesiegel, das einem Käufer die Sicherheit gebe, einen gesunden und rassetypischen Hund zu kaufen.

Die Züchterin aus Renzow hat sich bewusst für die Verbandszugehörigkeit entschieden: „Hunde zu züchten ist kein geschützter Beruf und alle die nicht im VDH züchten, sind für mich nur Vermehrer.“ Für Katja Wiegand indes ist es wichtig, gesunde und wesenstypische Hunde zu züchten und die Rasse voranzubringen. „Wir wollen nicht produzieren.“ Deshalb lässt die Renzowerin ihre Hundedamen auch nur decken, wenn sich bereits mindestens vier Interessenten für einen Welpen des geplanten Wurfes angemeldet und persönlich vorgestellt haben. Bei ihr kann sich der Käufer sicher sein, genau so einen Golden Retriever zu finden, wie es das Rasseporträt vorsieht: anhänglich, freundlich, fröhlich und leicht lenkbar.

„Nächsten Freitag kommt ein Zuchtwart des Golden Retriever Clubs e.V. des VDH“, erzählt sie. Vorher werden die Welpen von einem Tierarzt geimpft und mit einem Mikrochip versehen. Bei der Wurfabnahme werden Zuchtstätte, Mutterhündin und jeder Welpe einer genauen Überprüfung unterzogen. Auch die Entwicklung der ersten acht Wochen wird anhand des VDH-Zwingerbuches, das der Züchter führen muss, nachvollzogen. Erst wenn der Zuchtwart bei der Wurfabnahme keinerlei Mängel feststellt und keine Auflagen macht, die seitens des Züchters erfüllt werden müssen, dürfen die Ahnentafeln ausgehändigt werden. Und dann können sich die neuen Besitzer sicher sein: Ihr Hund ist gesund und genauso, wie er sein sollte.

Bis zum Abschied von den Welpen vergeht noch eine Woche harter Arbeit für die Familie Wiegand. Die Kleinen bekommen fünf mal täglich Futter, wollen spielen, kuscheln und die Welt um sie herum kennenlernen. Ein Schritt ins Wasserbecken, die kleine Treppe im Auslauf erklimmen, durch den Tunnel kriechen und dann – ausruhen und kraulen lassen. „Es ist schön, Welpen zu haben, aber auch viel Arbeit“, sagt Katja Wiegand. Der Abschied von den Kleinen falle ihr jedes Mal schwer, verrät sie. „Auch nach 21 Jahren Zucht habe ich immer noch ein lachendes und ein weinendes Auge.“

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