25 Jahre Deutsche Einheit : Feier zum Mauerfall löst Streit aus

In Schlagsdorf soll es am 9. November eine Jubiläumsfeier zum Mauerfall vor 25 Jahren geben. Besucher können sich dort ein Bild davon machen, wie die ehemalige Grenze gesichert wurde.
In Schlagsdorf soll es am 9. November eine Jubiläumsfeier zum Mauerfall vor 25 Jahren geben. Besucher können sich dort ein Bild davon machen, wie die ehemalige Grenze gesichert wurde.

Während Schlagsdorfer stolz auf eine länderübergreifende Festveranstaltung sind, regt sich in Lübeck Widerstand

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05. März 2014, 00:00 Uhr

Das Grenzhus in Schlagsdorf soll in diesem Jahr Austragungsort der Jubiläumsfeier 25 Jahre Mauerfall werden. Während Mitarbeiter des Museums dies mit Stolz erfüllt, ist im benachbarten Lübeck ein heftiger Streit entbrannt. Denn am ehemaligen Grenzübergang Lübeck-Schlutup, wo 1989 einer der ersten Schlagbäume geöffnet wurde, soll es keine Feier geben. „Aber gerade hier hatten wir bei der Grenzöffnung vor 25 Jahren unheimlich viele Besucher“, sagt der Lübecker CDU-Fraktionsgeschäftsführer Marco Gröcker gegenüber der SVZ.

Gröcker macht klar, dass die Kritik keine Aktion gegen Schlagsdorf sei. Man begrüße ausdrücklich eine gemeinsame Feier in Schlagsdorf aber eben auch ergänzend eine für die Lübecker, die nicht so mobil seien, im Grenzhaus in Schlutup.

In den Feier-Zoff schaltete sich auch die FDP in Lübeck ein. Die Liberalen reiben sich verwundert die Augen: Denn über Schlutup strömten damals unzählige DDR-Bürger mit ihren Trabis nach Lübeck. „Endlich hatte der Drang nach Freiheit gewonnen. Ein toller Tag, den man nach 25 Jahren sicherlich feiern sollte. Und was macht die Hansestadt? Fragt sich vermutlich, wo Schlutup liegt und gibt lieber Geld in eine Feier, die fernab in Mecklenburg (Schlagsdorf) stattfindet“, moniert Gerrit Koch von der Lübecker FDP. Für Schlutup und die Lübecker wäre es mehr als traurig, wenn die Hansestadt Lübeck diesen runden Jahrestag wirklich fernab feiern wolle, so Koch.

Schlagsdorfs Bürgermeister Ingo Melchin kann dem Feier-Zoff nichts abgewinnen: „Für mich ist diese Diskussion nicht zielführend. Es wurden Stimmen laut von Leuten, die entweder zu jung sind oder sich nicht mit der Thematik Grenze beschäftigt haben.“ An der geplanten Festveranstaltung am 9. November sollen u. a. die Landtagsverwaltungen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Vertreter und Einwohner weiterer Landkreise teilnehmen.

Mit dem Ziel Schlagsdorf wird auch der Demokratiebus unterwegs sein. „Wir wollen außerdem Schülerprojekte präsentieren und planen Zeitzeugengespräche. Wir möchten, dass Menschen aus unterschiedlichen Generationen ins Gespräch kommen“, so Dr. Andreas Wagner vom Grenzhus Schlagsdorf.

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