Ausstellung in Gadebusch : Faszinierende Bilder aus Tansania

Hubert Metzger gestaltet aktuell seine Fotoschau in der Museumsanlage Gadebusch.
Hubert Metzger gestaltet aktuell seine Fotoschau in der Museumsanlage Gadebusch.

Hubert Metzger zeigt in der Museumsanlage Portraits von Menschen aus Afrika

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25. Juni 2016, 05:00 Uhr

Hübsch, exotisch, farbenfroh, voller Leben – wenn Hubert Metzger an Afrika und seine Menschen denkt, mangelt es nicht an Geschichten, die er zu berichten weiß. Von seinen Begegnungen erzählen nun an die 30 großformatigen Bilder, die der Fotograf ab dem 1. Juli in der Galerie der Museumsanlage präsentiert. „Es sind Fotos aus Tansania, von Menschen, die ich dort portraitierte“, sagt Metzger.

Erst vor wenigen Tagen kehrte er von einem mehrmonatigen Aufenthalt in Tansania zurück nach Gadebusch. In eine Kleinstadt, in seine neue Heimat, in der, wie Metzger sagt, er sich „gerne noch beobachtend bewegt“.

In der Ruhe liegt die Kraft, und das weiß der 72-Jährige zu schätzen. Insbesondere, wenn er sich in Tansania mit den Einheimischen in der Landessprache Swahili und Englisch unterhält. Eine Form von Kontaktaufnahme, die nicht selten mit dem Klicken seiner digitalen Spiegelreflexkamera endet, sich darauf ein weiteres Portrait auf dem Bildschirm seines Rechners entwickelt. So finden sich Reifenmonteure, Frauen einer Hochzeitsgesellschaft, Menschen in den Bergen, am Strand, in den Dörfern in seinen Bildern wieder. Das alles freiwillig, mit einer Portion Stolz, die so manch einem Bild nicht verborgen bleibt.

„Hören die Leute bei uns hier etwas über Afrika, denken sie an Safaris. Einen Bilderspiegel, einen etwas anderen Tierkalender, werde ich zur Ausstellungseröffnung präsentieren. Erzählen möchte ich vor allem über die Menschen und was einer wie ich in Afrika so macht“, sagt Metzger. An Verbindungen mangelt es nicht. Der Fotograf sieht sich als mitreisender Ehemann. „Meine Frau ist über die Kirche in Projekten zur Entwicklung der Landwirtschaft und zu Ernährungsfragen beruflich vor Ort“, sagt er. So sei es Hilfe zur Selbsthilfe, was die Menschen auf dem über Generationen fremdbestimmten Kontinent vor allem bräuchten. Die Speisekarte ist dünn: „Es gibt Reis mit Bohnen oder Bohnen mit Reis. Dann hast du zwei Tage geschafft. An einem weiteren Tag gibt es möglicherweise noch Ugali – Getreidebrei aus Maismehl zum Essen.“ Erlebnisse wie diese und die Bilder sind Thema eines am 21. Juli um 19 Uhr stattfinden Vortrages in der Museumsanlage.

Hubert Metzger arbeitete in DDR-Zeiten als freier Fotograf in der Werbung. Gern mit Großformat, mit Diapositiven von 13 mal 18 Zentimeter. „Je größer, je besser wurde die Qualität der Werke“, sagt er. Produkt- und Architekturfotografie bestimmten sein Schaffen. „Mit Portraits begann ich später. Im Bekanntenkreis entstanden Bilder vom persönlichen Umfeld der Menschen. Es war schön zu sehen, wer welches Klischee bediente“, so Metzger. Salzwedel in der Altmark, Potsdam, die DEFA und Sternberg gehören neben Schweden zu den Stationen in seinem Leben. Heute wohnt er in Gadebusch. Wie es der Zufall so will, sogar im Haus der ehemaligen Fotografenfamilie Hauck. „Das war Zufall“, so Metzger. Aber er und seine Frau suchten für die Zeit nach Afrika ein Zuhause. Bis zum gemeinsamen Ruhestand wird allerdings noch ein wenig Zeit vergehen, Reisen nach Afrika und vor allem neue Bilder aus Tansania geben.  

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