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Achtung Rutschgefahr : Fahrlehrer: Schnee führt zu Glätteunfällen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Das Wetter nötigt Autofahrer zu erhöhter Achtsamkeit. Fahrlehrer aus Gadebusch gibt Tipps zum richtigen Fahrverhalten

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 00:00 Uhr

Anhaltende Schneeschauer, matschige Straßen, Temperaturen um die Null Grad und Autofahrer, die ihre Geschwindigkeit nicht den Wetterverhältnissen anpassen, führten bereits zu mehreren Unfällen im Landkreis. Gestern Morgen um halb sechs war ein 52-jähriger Opel-Fahrer auf der Landesstraße von Bülow kommend in Richtung Carlow unterwegs. Hinter einer Rechtskurve geriet der Opel auf schneeglatter Straße ins Schleudern, drehte sich auf der Fahrbahn in die entgegengesetzte Richtung und rutschte gegen einen Baum. Der Opel war nach dem Zusammenprall nicht mehr fahrbereit und musste geborgen werden. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mehr als 4  000 Euro. Der Fahrer blieb unverletzt.

Eine 58-Jährige geriet gestern Morgen auf der B 105 von Wismar in Richtung Grevesmühlen mit ihrem Chevrolet ins Schleudern. Das Auto kam von der Fahrbahn ab, im Straßengraben in der entgegengesetzten Richtung kam der Wagen zum Stehen. Am Chevrolet entstand nur geringer Sachschaden, das Auto musste allerdings aus dem Graben gezogen werden. Die Fahrerin konnte danach ihren Weg weiter fortsetzen.

Auch in Grevesmühlen kam es am späten Donnerstag Abend zu einem Autounfall. In einer Linkskurve verlor die Fahrerin die Lenkgewalt über ihren Opel, geriet von der Fahrbahn ab und prallte gegen ein Geländer im Bereich des Fußgängerüberweges. Ihre 24 und 28 Jahre alten Mitfahrer blieben unverletzt. Der Unfallschaden wird auf 1800 Euro geschätzt

Auf einer komplett mit Schnee bedeckten Fahrbahn ist eine 24-Jährige am Dienstag Abend auf einem Waldweg in der Nähe von Barendorf ins Schleudern gekommen und prallte gegen einen Baum. Durch die Wucht des Aufpralls drehte sich der Fiat um 180 Grad und kam entgegengesetzt der Fahrtrichtung zum Stehen. Die 24-jährige Fahrerin verletzte sich bei dem Unfall leicht. Der Fiat musste geborgen werden. Der Unfallschaden wird polizeilich auf rund 7  000 Euro geschätzt.

„Derzeit sorgen Temperaturen um den Gefrierpunkt und anhaltender Schneefall für stellenweise glatte Straßen“, erklärt André Falke von der Polizei in Wismar. „Alle Fahrzeugführer werden deshalb gebeten ihre Fahrweise den Witterungsbedingungen entsprechend anzupassen.“ Wenn viel Schnee fiele, kämen die Räumdienste nicht immer hinterher, so Falke. Deshalb könne es durchaus vorkommen, dass Autofahrer von einer freien, geräumten Straße auf eine untergeordnete Straße abbiegen würden und sich dort ganz anderen Verhältnissen gegenüber sähen. Zudem könne es zu Schneeverwehungen kommen und in Folge dessen unerwartet zu Schnee auf der Fahrbahn, so Falke.

Eis bildet sich dort, wo die Fahrbahn im Schatten liegt, erklärt Fahrlehrer Günter Gottschalk von der gleichnamigen Fahrschule in Gadebusch. „Das ist zum Beispiel an Waldschneisen oder an Bergkuppen.“ Auch in Kurven sollten Autofahrer derzeit gut aufpassen. Hier müsse der Reifen die Seitenführungskräfte übertragen. Sei die Grenze dieser Kräfte überschritten, rutscht der Reifen und das Auto kommt ins Schleudern. Auch an Kreuzungen rät der Fahrlehrer zu Achtsamkeit. „Durch das Abbremsen und das Anfahren schmilzt der Schnee und friert wieder über. Auch hier kann es glatt sein.“ Wer sich auf die Sicherheitssysteme ABS und ESP verlässt, ist nicht gut beraten: „Die arbeiten immer nur bis zum Grip. Wenn die Grenze des Haftbereichs des Reifens überschritten ist, kann das Auto trotz allem ins Rutschen kommen.“

Günter Gottschalk rät Autofahrern den Fuß vom Gas zu nehmen: „Man sollte bei diesem Wetter langsam fahren und den Sicherheitsabstand vergrößern. Außerdem sollte man vor Fahrtbeginn für gute Sicht sorgen und das Auto enteisen.“ Besonders wichtig sei zudem die richtige Bereifung, macht der Fahrlehrer deutlich. „Die Winterreifen haben optimalen Grip und sie sind weicher als Sommerreifen“, erklärt Gottschalk. „Auf Eis sind sie das A und O.“ Der Gesetzgeber empfiehlt ein Profil von 1,6 Millimeter auf den Reifen. „Das ist zu wenig“, sagt Gottschalk. Der ADAC empfehle drei bis vier Millimeter. „Je mehr Profil vorhanden ist, desto besser können sich Schnee und Matsch in ihm sammeln.“ Und damit drohe weniger Gefahr ins Schleudern zu kommen.

Brenzlig auf den Straßen wird es nicht etwa wenn hier eine dicke, festgefahrene Schneedecke liegt, erklärt der Fahrlehrer. Matsch und Temperaturen um die Null Grad seien besonders gefährlich. Der Schneematsch könne zu einer ähnlichen Situation wie das Aquaplaning führen und der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren. Gottschalks Rat: „Man sollte nach den anderen Autofahrern gucken. Die meisten passen ihre Fahrweise an.“ Zudem sollten Autofahrer im Kopf behalten, dass die ausgeschilderten Geschwindigkeiten nur für trockene und saubere Fahrbahnen gelten. Hier gilt es, das Tempo entsprechend der Wetterbedingungen zu drosseln.









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