Rehna : Extraschicht nach Blumendiebstahl

Doppelte Arbeit: Ramona Arp und Angelika Feldberg (r.) vom Amtshof Rehna mussten innerhalb weniger Tage erneut Stiefmütterchen pflanzen, da mehrere Pflanzen gestohlen wurden.
Doppelte Arbeit: Ramona Arp und Angelika Feldberg (r.) vom Amtshof Rehna mussten innerhalb weniger Tage erneut Stiefmütterchen pflanzen, da mehrere Pflanzen gestohlen wurden.

In der Stadt Rehna wurden an zwei Standorten frisch gepflanzte Stiefmütterchen wieder ausgebuddelt

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04. April 2017, 05:00 Uhr

Nach dem Diebstahl mehrerer Pflanzen in Rehna mussten Mitarbeiterinnen des Amtshofes gestern eine Extraschicht einlegen. Dabei bestückten sie unter anderem am Platz der Freundschaft zwei Pflanzkübel mit Stiefmütterchen. Langfinger hatten zuvor dort und in der Theodor-Körner-Straße ihr Unwesen getrieben und frisch gepflanzte Stiefmütterchen wieder ausgebuddelt.

Für einen dieser Diebstähle verantwortlich soll eine Rentnerin sein. Ihr Pech: Sie wurde offenbar beobachtet, soll von Rehnaer Bürgern zur Rede gestellt worden und letztlich einem Ultimatum nachgekommen sein. Ergebnis: Der Tatort Körner-Straße wies wenig später wieder Stiefmütterchen auf. Zum Platz der Freundschaft mussten allerdings Mitarbeiterinnen des Amtshofes ausrücken und dort eine Extra-Pflanzschicht einlegen. „Das ist zum Weinen“, meinte Angelika Feldberg und betonte: „Wir verschönern die Stadt, werden dafür von vielen Einwohnern gelobt – und dann so was.“

Verärgert zeigte sich auch Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg. Er bezeichnet es als makaber, dass ein Teil der gestohlenen Pflanzen möglicherweise für eine Grabverschönerung hätte verwendet werden sollen. Zudem ließ Oldenburg durchblicken, dass er – auch im Falle von Pflanzendiebstählen – keinen Spaß versteht. „Für so etwas habe ich kein Verständnis“, so Oldenburg.

Um drakonische Strafen wird die mutmaßliche Blumendiebin aller Voraussicht nach ebenso herumkommen wie um eine Anzeige bei der Polizei. Dadurch sollen Kosten und ein Papierkrieg vermieden werden. „Wir denken aber über eine Vorladung ins Amt nach, um die Frau dort nach ihren Beweggründen zu befragen“, sagt Bürgermeister Oldenburg.

Damit Rehna eine blühende Stadt ist, investiert die Kommune pro Jahr insgesamt rund 2000 Euro. Ein Teil des Geldes floss aktuell in den Kauf von 600 Stiefmütterchen. Diese wurden von Angelika Feldberg und Ramona Arp seit dem vergangenen Donnerstag an acht Standorten innerhalb des Stadtgebietes gepflanzt. Die beiden Damen mit dem grünen Daumen hoffen, dass sie nicht noch eine Extraschicht einlegen müssen, weil andere lieber Stiefmütterchen klauen statt zu kaufen. Für 59 Cent das Stück werden Stiefmütterchen übrigens derzeit in einem Rehnaer Fachmarkt angeboten.

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