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Neue Ausstellung : Experiment in Wismar zu bewundern

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Von Bildern, Portraits und Geschichten aus Güstrow: Die neue Ausstellung im Baumhaus von Wismar zeigt Portraitbilder von 19 Studenten

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2014 | 18:01 Uhr

Eine Ausstellung zwischen Heimatgeschichte, Mutprobe, soziokulturellem Experiment und Kunst: die Fotoausstellung „Güstrower Erkenntnisse“ im Wismarer Baumhaus am Alten Hafen.

Eine – fremde – Stadt erkunden und wirklich wildfremde Menschen ansprechen. Mit ihnen ins Gespräch kommen, ihre Lebensgeschichte erfragen, ihre Biografien erspüren. Und um ein Foto bitten – das war die Aufgabenstellung, der 19 Studenten der verschiedenen Designstudienrichtungen der Wismarer Hochschule. Das Ergebnis bewegte die beiden betreuenden Professoren, Olaf Fippinger und Johannes N. Müller sowie Michael Nast als Leiter der Werkstatt für Fotografie so sehr, dass sie zusammen mit den Studenten eine Ausstellung und einen begleitenden Katalog konzipierten.

„Von Bildern, Portraits und Geschichten aus Güstrow“ – die Ausstellung zeigt viel mehr als nur Menschenportraits. Obwohl es bei den beiden studentischen Exkursionen um eben diese in erster Linie ging. Menschen porträtieren. Wildfremde. Wer das schon mal gemacht hat, weiß, wie schwer es ist. „Die Studenten sollten auch lernen, wie man auf Menschen zu geht“, so Olaf Fippinger, Gastprofessor für Fotografie an der Wismarer Hochschule. Er erzählt von den Erfolgserlebnissen der Studenten, wenn sie zum gemeinsamen Abendessen mit Fotos und Geschichten kamen.
„Die meisten haben keinen fotografischen Hintergrund“, so der Professor erklärend zu den Bildern. Viele gehen nicht über den Schnappschuss hinaus. Und sind trotzdem gut, aufgrund ihrer „fotografischen Dichte“. Sie sind ungestellt und ehrlich. Da guckt der Fotografierte eben genauso, wie ein skeptischer Mecklenburger guckt, wenn er von einem wildfremden Studenten fotografiert wird. „Schnappschüsse direkt aus dem Herzen“, sagt Olaf Fippinger lachend.

„In dieser Arbeit ist jeder 400. Güstrower vertreten“, beschreibt Johannes N. Müller, Professor für Raumplanung und Städtebau, den zweiten Aspekt der „fotografischen Dichte“ des Projekts. Weiter: „Ich wüsste nicht, dass von irgendeiner anderen Stadt in Deutschland so viele Menschen in Text und Bild gezeigt werden.“ „Eine Bestandsaufnahme des 21. Jahrhunderts“, erklärt Fippinger.

In den eng gehängten Rahmen hängen sie, die Portraits der Güstrower. Die Zufallsbegegnungen mit ihren interessanten Geschichten. Das Bild des pensionierten Amtsrichters hängt neben einer Unternehmerin, der Obdachlose neben dem Lokführer, der Fliesenleger neben der minderjährigen Mutter, die Prostituierte neben dem Apotheker. Ihre Geschichten sind im begleitenden Katalog nachzulesen, dazu als „Zitatenwolken“ auf Transparenten, die von der Decke des Baumhauses hängen.


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