Tino Rieckhoff aus Rehna in Italien : Ex-Soldat rüstet sich für Windrad-Einsätze

<strong>In Afghanistan musste </strong>der Rehnaer Tino Rieckhoff (3. v. l.) so manche brenzlige Situation überstehen. Er kehrte gesund zurück. <fotos>privat</fotos>
In Afghanistan musste der Rehnaer Tino Rieckhoff (3. v. l.) so manche brenzlige Situation überstehen. Er kehrte gesund zurück. privat

Tino Rieckhoff war in Afghanistan im Einsatz. Jetzt ist er als Zivilist am Mittelmeer tätig - gefährlich ist es für ihn nach wie vor: Er repariert im italienischen Crotone Windkraftanlagen in schwindelerregender Höhe.

svz.de von
25. Januar 2013, 07:25 Uhr

Rehna/Crotone | Der ehemalige Bundeswehrsoldat Tino Rieckhoff war einst in Afghanistan im Einsatz. Jetzt ist er als Zivilist am Mittelmeer tätig - gefährlich ist es für ihn nach wie vor. Denn er repariert im süditalienischen Crotone Windkraftanlagen in schwindelerregender Höhe von 75 Metern.

Als Auszubildender ist der Rehnaer einer von vier Kollegen, den die Rechliner Windenergiefirma nach Italien geschickt hat, um einen Windpark zu warten. "Hier fliegen einem zum Glück keine Kugeln um die Ohren. Aber an die Höhe muss man sich trotzdem erst mal gewöhnen. Aufpassen muss man auch hier wie verrückt", sagt der Azubi für Windkraftanlagentechnik.

Seine brenzlichste Situation hatte Rieckhoff 2010 als Soldat am Hindukusch zu überstehen: Gefechts alarm im Krisengebiet! Er und seine Kameraden sollten einen Konvoi unterstützen. Dieser wurde einige Kilometer entfernt vom Basislager der deutschen Soldaten in einen Hinterhalt gelockt, dann von den Taliban beschossen und angesprengt, wie es in der Soldatensprache heißt. Kurz vor dem Erreichen des Einsatzortes wurden Rieckhoff und seine Kameraden über Funk zurück beordert. "Die Schweden waren vor uns da und haben geholfen. Jede Fahrt war ein Risiko in diesem Gebiet", so Rieckhoff. Trotz der Gefahren hatte sich der Rehnaer bewusst für die Bundeswehr entschieden. "Ich wollte schon immer Soldat werden", so der 29-Jährige.

Sechs Monate war der Rehnaer insgesamt in Afghanistan im Einsatz und kehrte gesund nach Deutschland zurück. Danach wollte Rieckhoff um weitere vier Jahre bei der Bundeswehr verlängern. "Doch aufgrund von Umstrukturierungen klappte das nicht und ich habe mir einen Job gesucht. Die Bundeswehr unterstützt mich dabei noch bis 2014 finanziell, um wieder in den zivilen Dienst eingegliedert werden zu können", erklärt Rieckhoff.

In Italien muss sich der Rehnaer nach seinem Zehn-Stunden-Tag nicht noch nachts um die eigene Sicherheit kümmern. "Es ist schon entspannend, schlafen gehen zu können und nicht immer wie in Afghanistan mit einem Ohr auf Schüsse oder Kommandos hören zu müssen. Hier in Italien kann ich sogar Fußball schauen oder spielen. In jedem Garten gibt es hier einen Bolzplatz", berichtet der Azubi.

Ende Januar dieses Jahres schließt er seine Ausbildung ab. Die Arbeit macht dem 29-Jährigen so viel Spaß, dass er auch zukünftig nicht auf Einsätze dieser Art verzichten wolle. "Dieser Job hat Zukunft. Ein bisschen Nervenkitzel ist auch dabei. Also genau das Richtige für mich", ist sich der Rehnaer sicher.

In Kürze kehrt Tino Rieckhoff von seinem zivilen Einsatz aus Italien zurück. Schon jetzt freut er sich darauf, seine Freundin wieder in die Arme zu schließen und festen Boden unter den Füßen haben zu können.

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