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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 21:37 Uhr

Schlagsdorf : Ex-Profi trainiert Kicker vom Lande

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der ehemalige Nationalspieler Markus Wuckel gibt sein Wissen an Kinder und Jugendliche weiter

von
erstellt am 22.Okt.2014 | 23:16 Uhr

Wer schoss Deutschland zum vierten WM-Titel und welcher Verein wird auch als Dino der Bundesliga bezeichnet? Solche Fragen werden derzeit nicht etwa in einer TV-Quizsendung gestellt, sondern in einem Fußballcamp in Schlagsdorf. Denn dort trainiert der ehemalige Nationalspieler Markus Wuckel derzeit 15 Kinder und Jugendliche aus der Region in einem Fußball-Camp. Und Ratespiele gehören zu dem Camp ebenso dazu wie das Toreschießen aus allen Lagen.

Einen besseren Trainer hätten sich die Mädchen und Jungen kaum wünschen können. Denn der gebürtige Wienroder ging einst selbst auf Torejagd und kennt etliche Tricks. Beleg dessen: In 175 Spielen der Oberliga, Zweiten Bundesliga und des DFB-Pokals gelangen dem Mittelstürmer 57 Treffer. Vier Mal hatte er zudem das Nationalmannschaftstrikot der DDR getragen, erzielte dabei zwei Tore und spielte u. a. gegen die damalige UdSSR, Kuwait sowie Frankreich.

Dass er es im Fußball einmal so weit bringen könnte, daran war in Wuckels Kindertagen nicht zu denken. Bei einem Aufnahmetraining sprachen sich damals in Magdeburg vier von fünf Trainern gegen ihn aus. Er hatte beim Jonglieren versagt und rannte auch noch mehrere Torstangen um, statt um sie geschickt und vor allem schnell herumzulaufen. „,Was ist das denn für einer?’, haben sich die Trainer gefragt. Mein Glück war, dass ich dann in einem Fußballspiel auf Kleinfeld 14 Tore in zehn Minuten geschossen habe“, erinnert sich Markus Wuckel. Dann holt er in einer Pause des Schlagsdorfer Trainingscamps einen Zettel hervor und tippt mit dem Zeigefinger auf die Zahl 149. So oft hat die Raddingsdorferin Yasmin Geßner den Ball im Trainingslager jongliert. Was hätte Wuckel damals in Magdeburg für solch ein Ergebnis gegeben.

Mit überschwänglichem Beifall hält sich Markus Wuckel – derzeit Trainer von Arminias Bielefelds Fußballfrauen – im Schlagsdorfer Trainingscamp zurück. Hinter buchstäblich vorgehaltener Hand sagt er: „Die kleinen Stars darf man nicht vor versammelter Mannschaft loben.“ Umso lauter sagt Wuckel, damit es auch jeder Camp-Teilnehmer hört: „Schule und Ausbildung haben absoluten Vorrang.“ Denn nur die wenigsten Nachwuchsspieler in Deutschland schaffen den Sprung in einen Profikader. Das war damals so, das ist heute so.

Am Spielfeldrand steht inzwischen eine Frau und schaut sich das Training an. Ihr Name ist Katja Meibauer. Sie ist Jugendwartin der SG Schlagsdorf. „Dass Markus ins Dorf kommt, um Kindern etwas beizubringen, ist klasse. Die Eltern finden das toll und auch manch Trainer schaut sich hier Anregungen für künftige Übungseinheiten ab“, sagt Katja Meibauer. Auf dem Platz sieht sie auch Nils Heitmann aus Carlow. Er hatte bei einer Verlosungsaktion gewonnen: Lemmi’s Digitaldruck und die SG Schlagsdorf ermöglichen ihm in Kooperation mit der Gadebusch-Rehnaer Zeitung die Camp-Teilnahme. Nils’ Ziel ist, noch besser zu werden, beim Torschuss. Beim Training klappt dies bereits ziemlich gut. In der Sporthalle liegt er quer in der Luft und schießt den Ball mit einem Fallrückzieher ins Tor. Auch Seitfallzieher sowie Flugkopfbälle stehen auf dem Trainingsplan. „Die Kinder sollen hierbei lernen, sich richtig abzurollen, damit sie sich später nicht verletzen“, sagt Wuckel. Für eine weiche Landung sorgt eine Hochsprungmatte.


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