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Lesung in Gross Salitz : Ex-Amtschef beweist Humor

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der pensionierte Gadebuscher Verwaltungsleiter Andreas Lausen nimmt in einer Lesung die Bürokratie aufs Korn

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Jahrelang hat Andreas Lausen Bescheide erlassen und manchen Empfänger mitunter verzweifeln lassen. Als ehemaliger Leiter des Amtes Gadebusch waren seine Entscheidungen nicht immer mit einem Lächeln zur Kenntnis genommen worden. In einer Lesung nahm der 64-Jährige jetzt den deutschen Bürokratismus aufs Korn, was unter den Zuhörern in der Groß Salitzer Kirche dann doch die eine oder andere Lachträne ins Gesicht laufen ließ. Zum Beispiel als Lausen erklärte, welche Vorschriften zur Nutzung eines Schwimmbeckens in der Bundesrepublik Deutschland eingehalten werden müssen. „... es muss zum Schwimmen geeignet sein ...“, lautete es in reinem Amtsdeutsch der entsprechenden Verordnung. Die Zuhörer konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und freuten sich über viele weitere Beispiele.

„Ich bin jetzt seit mehr als einem Jahr Rentner und mache das zwei oder drei Mal im Jahr. Ich lese Kurzgeschichten und Plattdeutsches vor. Warum soll ich als jahrelanger Bürokrat nicht auch mal das aufs Korn nehmen“, sagte der Klein Thurower. Schon oft in den vergangenen Jahren hatte der ehemalige Amtsleiter plattdeutsche Geschichten zu einem Wettbewerb eines öffentlichen regionalen Senders eingereicht. Acht Mal waren seine Geschichten unter den besten 25 von mehr als 2000 eingereichten Stücken. Einmal reichte es sogar zu Platz vier. „Ich habe 13 Mal mitgemacht und war acht Mal ziemlich gut. Das freut mich natürlich“, erzählte Andreas Lausen. Seine Geschichten sind unter anderem im Buch „Vertell doch mal!“ vom Norddeutschen Rundfunk zu lesen. „Meine Großeltern sprachen plattdeutsch. Von denen habe ich das gelernt“, erklärte er. Auch aus seinem Lieblingsland Portugal berichtet er gerne. „Dort kenne ich mich aus, bin gerne dort und lasse die Zuhörer an der Schönheit des Landes teilhaben“, sagte Lausen.

Für Sabine Dallmeier-Peschke vom Förderverein der Marienkirche in Groß Salitz war der Auftritt Lausens am Ende wieder ein Schritt zur Sanierung der Dorfkirche. Denn alle Einnahmen fließen dort hinein. „Außerdem wollen auch wir etwas Leben in die Kirchengemeinde bringen“, sagte Dallmeier-Peschke. Sie möchte gerne noch in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen an und in der Kirche anbieten. So soll es im Juni oder Juli ein Konzert zum gemeinsamen Singen und am 15. September einen Lichtbildervortrag von Tilmann Baier über Armenien geben. „Die Ausmalung der Kirche steht in diesem Jahr bevor. Mit den Veranstaltungen finanzieren wir unseren Anteil“, erklärte Dallmeier-Peschke.

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