Klußer Kulturmühle : Es rauscht in der Mühle

<fettakgl>Tanz auf Holzbalken:</fettakgl> Karen Remy aus Frankreich. <foto>Herbst</foto>
Tanz auf Holzbalken: Karen Remy aus Frankreich. Herbst

Sie rauscht wieder, die Klußer Mühle. Wo früher die Kraft des Wallensteingrabens Korn zu Mehl gemahlen hat, war es lange still. Seit einiger Zeit versucht nun ein Verein, die Mühle durch Kunst mit Leben zu füllen.

svz.de von
16. Juni 2012, 03:02 Uhr

Wismar | Sie rauscht wieder, die Klußer Mühle. Wo früher die Kraft des Wallensteingrabens Korn zu Mehl gemahlen hat, war es lange still. Seit einiger Zeit versucht nun ein Verein, die Mühle mit Kunst und damit Leben zu füllen. Seit vergangenem Wochenende plätschert auch wieder ein Mühlrad - ein kleines, ohne Mühlstein.

"Eine Mühle darf nicht ohne Mühlrad bleiben", so Konstrukteur und Erbauer Nils Thöl. So wie beim Mühlrad setzen sich rund 20 Künstlerinnen und Künstler mit der Mühle und ihrer Geschichte auseinander. Dort beginnt das "Mühlenrauschen", dort treffen die Gäste sich und wandern dann auf gesicherten Pfaden durch die Ruine von Raum zu Raum. In einem Raum ist Musik, im nächsten eine Tanzperformance, dann wieder eine Kunstinstallation und die Frage, wie viel vom Raum ist nun Kunst, wie viel ist das historisch gewachsene, der Zufall. Alles zusammen ergibt eine inspirierende Begegnung zwischen der Patina der maroden Mühle und moderner Kunst.

"Hier stand früher der Pferdestall", so die Wismarerin Sofie Wagner. Sie hat die längst verschwundenen Nebengebäude des großen Areals abgesteckt. Nun entstehen dort Tag für Tag die Wände der Gebäude neu. Ähnlich der ehemaligen Lehmwände werden sie geflochten, aber nicht zum Verputzen mit Lehm, sondern kunstvoll mit Schnüren, Bändern, Gras oder Zweigen. "Jeder gibt etwas dazu und so entsteht die Wand langsam wieder", so die Hochschulabsolventin.

Das Hamburger Musikprojekt "Professor Hastig" hat der Mühle gar eine moderne Komposition gewidmet, die beeindruckende "Mühlen-toutes-de-suite". Mit modernen Stilmitteln entführten die drei Musiker ihre Gäste in die Mühlengeschichte, verknüpfen Klavier mit Geräuschen der Mühle, jazzige und folkloristische Elemente mit Improvisationen und kompositorischen Versatz stücke als Klangcollage.

Im nächsten Raum tanzt Karen Remy aus Frankreich mit wilden Haaren und inmitten der Ruine. Rechts die fensterlosen Öffnungen, unter ihr der teils morsche Holzfußboden, daneben die unverputzten Ziegelwände.

Im nächsten Raum ganz in Weiß tanzend die Wismarerin Johanna Kanka-Maué, die Gäste sitzen im Nebenraum und beobachten fast heimlich, so scheint es, durch die Türöffnung den Tanz. Noch an diesem Wochenende ist das "Mühlenrauschen" mit seinen verschiedenen Stationen an der Klußer Mühle zu erleben. Dort wird unter anderem die Mühlenkomposition zu hören sein. Beginn ist heute um 16 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen