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Kreuzfahrer entern die Hansestadt : Erster Doppelanlauf in Wismar

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Im August laufen mit der MS „Balmoral“ und der MS „Saga Pearl II“ erstmals zwei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig die Hansestadt an

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Novum in der Hansestadt Wismar: Erstmals in der noch jungen Geschichte als Kreuzfahrtdestination kommt es in diesem Jahr mit dem Eintreffen der MS „Saga Pearl II“ und der MS „Balmoral“ mit insgesamt maximal 2000 Passagieren und knapp 800 Besatzungsmitgliedern an Bord zu einem Doppelanlauf. Die beiden Passagierschiffe statten der Welterbestadt am 17. August einen Besuch ab. Das bestätigte eine Sprecherin der Columbus Cruise Center Wismar GmbH gegenüber SVZ.

„Allerdings ist noch nicht ganz raus, welches Schiff dann wo anlegen wird. Das klären wir in diesen Tagen ab“, sagt Kreuzfahrtkoordinatorin Claudia Keick. Denn wenn der Kreuzfahrerpier an den alten Speichern beispielsweise durch die zuerst eintreffende „Balmoral“ belegt ist, müsste die kleinere „Saga Pearl II“ eine halbe Stunde später ausweichen. Denkbar wäre ein Festmachen des 164 Meter langen Schiffes am Liegeplatz 13 auf der gegenüberliegenden Seehafenseite. Oder aber umgekehrt. Im vergangenen Jahr machte die „Saga Sapphire“ bereits am Seehafen-Pier fest. Grund war hier allerdings der Tiefgang von 8,70 Metern. Am Liegeplatz 17 – also dem eigentlichen Kreuzfahrerpier – können aber nur Schiffe mit maximal acht Metern Tiefgang festmachen. Doch ganz gleich, wie diese Problematik gelöst wird, ein ganz besonderes Schauspiel wird dieses Spektakel für die Wismarer und ihre Gäste allemal.

Dabei bringt die „Balmoral“ eine ganz besondere Geschichte mit in die Stadt. Sie war es, die im April 2012 vom englischen Southampton aus zu einer Erinnerungstour entlang der „Titanic“-Route in den Nordatlantik aufbrach. Exakt 100 Jahre nach der tragischen Jungfernfahrt der legendären „Titanic“ gedachten Passagiere und Besatzungsmitglieder in der Nacht zum 15. April vor dem kanadischen Neufundland der 1500 Opfer, die nach der Kollision mit einem Eisberg und dem anschließenden Untergang der „Titanic“ ums Leben gekommen waren.

Doch auch die „Saga Pearl II“ versprüht jede Menge Geschichte. 1980 unter dem Namen „Astor“ bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft AG in Hamburg vom Stapel gelaufen und nur drei Jahre später nach Südafrika verkauft, übernahm der VEB Deutfracht/Seereederei Rostock (DSR) im August 1985 das Schiff und stellte es unter dem Namen Arkona für den Feriendienst des FDGB der DDR in Dienst. Neben Urlaubsfahrten mit DDR-Bürgern in der Ostsee und nach Kuba wurde sie aber hauptsächlich an westliche Reiseveranstalter zur Erwirtschaftung dringend benötigter Devisen verchartert.

Insgesamt neun Kreuzfahrtschiffe steuerten 2016 den südlichsten Hafen an der mecklenburgischen Ostseeküste an. Und die Aussichten für dieses Jahr sind noch vielversprechender. Ungefähr 10  000 Gäste – doppelt so viele wie im Vorjahr – sollen nach Unternehmensangaben die Atmosphäre in Wismar erleben. Elf Schiffe bis zu 250 Metern Länge sollen begrüßt werden. Das wäre die höchste Zahl seit Gründung des Columbus Cruise Centers im Jahr 2012. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch den einen oder anderen zusätzlichen Überraschungsanlauf.

 

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