Gedenken in Gross Thurow : Erschossen beim Schlittschuhlaufen

Unmittelbar am früheren Grenzverlauf soll dieses Denkmal an Hary Krause erinnern.
Unmittelbar am früheren Grenzverlauf soll dieses Denkmal an Hary Krause erinnern.

65 Jahre nach seinem Tod an der DDR-Grenze wird ein Denkmal für Hary Krause eingeweiht

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16. Januar 2016, 07:30 Uhr

„Ganz gleich, ob Kinder auf der Flucht draufgehen oder alle fünf Minuten ein Kind an Unterernährung stirbt, während wir hier immer noch Lebensmittel wegschmeißen – der Tod von Hary Krause lässt sich jederzeit in die heutige Welt übertragen. Er ist ein Symbol dafür, dass man über all diese schlimmen Dinge sprechen muss“, sagt Christof Müller. Er ist Vorsitzender des Vereins Alte Schule e.V.. Am 31. Januar wird auf dessen Gelände ein Denkmal für den vor 65 Jahren von DDR-Grenzern erschossenen zehnjährigen Jungen errichtet.

Zu der Gedenkveranstaltung des DDR-Grenzopfers Hary Krause laden die MV-Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, und die Buchautorin Dr. Sandra Pingel-Schliemann um 11 Uhr in die Begegnungsstätte am Goldensee in Groß Thurow ein. Der zehnjährige Hary Krause war am 31. Januar 1951 beim Schlittschuhlaufen auf dem Goldensee von einem DDR-Grenzpolizisten erschossen worden. Eingeweiht wird auf dem Gelände der Begegnungsstätte des Vereins Alte Schule e.V. in unmittelbarer Nähe seines Todesortes ein von dem Künstler Götz Schallenberg gestaltetes Erinnerungszeichen. Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Schwerin hatten einen Teil der Einnahmen aus einem Theaterprojekt für diesen Zweck zur Verfügung gestellt.

Bei Recherchen zu ihrem Buch „ ‚Ihr könnt doch nicht auf mich schießen!‘ Die Grenze zwischen Lübecker Bucht und Elbe 1945 bis 1989“ war Dr. Pingel-Schliemann auf die Geschichte des Jungen gestoßen. Hary Krause war erst zehn Jahre alt, als er im Winter 1951 beim Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Goldensee bei Groß Thurow im damaligen Kreis Gadebusch von einem übereifrigen Grenzer erschossen wurde. Weil seine Eltern nicht über den Vorfall schweigen wollten, wurden sie seinerzeit aus der Grenzregion zwangsweise ausgesiedelt. Das tragische Schicksal von Hary Krause bewog die Autorin, sich für das auch von der Landesbeauftragten geförderte Erinnerungszeichen einzusetzen.

Der Eintritt zur Gedenkveranstaltung ist frei. Um eine Anmeldung bis zum 28. Januar wird jedoch gebeten bei Dr. Sandra Pingel-Schliemann unter der E-Mail-Adresse pingel-schliemann@freenet.de.
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