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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 13:18 Uhr

Serie Naturnah : Erntezeit auf dem Kastanienhof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Eine Miete für das Gartengemüse

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 23:10 Uhr


Die Mühsal des Sommers haben sich gelohnt. Stundenlanges Unkraut jäten, nächtliche Kampfeinsätze gegen Schnecken, unzähliges Klatschen mit den Händen um Ringeltauben und Spatzenschwärme von den frisch gepflanzten Gemüsesetzlingen fern zu halten und nicht zu vergessen das Einsammeln von hunderten von kleinen, miesen, gefräßigen Raupen auf den Kohlpflanzen sind Vergangenheit.

Mit einem Glücksgefühl betrachte ich nun den Lohn meiner Arbeit. Frisch geerntet und sortiert liegen Rote Bete, sechs Sorten Möhren, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Sellerie, roter und grüner Mangold neben Zichorienwurzeln, Herbstrüben und Wurzelpetersilie. Unmengen von gelben, roten und orangefarbenen Kürbissen wetteifern mit Weißkohl, Rotkohl und Filderkraut um Größe und Gewicht.

Bei meinen Kürbissen fällt es mir richtig schwer zu entscheiden, welcher als erster zu Suppe oder gebackenem Kürbisgemüse wird oder süß-sauer mit Ingwer eingelegt in Gläsern verschwindet. Am liebsten würde ich sie erst einmal alle als Trophäen meines Gärtnerns dekorativ im Garten verteilen und mich an ihrem Anblick erfreuen.

Beim Wurzelgemüse und den Wintersalaten ist es einfach. Die meist grau-braunen Wurzelgebilde und Knollen landen bei mir wie in jedem Jahr in einer Gemüsemiete. Diese Methode hat sich als vortrefflich erwiesen und kostet fast kein Geld, da eine Gemüsemiete ohne Strom oder andere Energie funktioniert.

Für meine Miete hebe ich eine etwa zwei mal drei Meter breite und einen halben Meter tiefe Grube an der höchsten Stelle meines Gemüsegartens aus. Die höchste Stelle muss es sein, damit meine Gemüsemiete bei starkem Regen nicht zum Planschbecken für Möhren, Sellerie und Kohl wird.

Als nächstes lege ich die Grube am Boden und an den Seiten mit feinmaschigem, sogenannten Kükendraht aus. Der Draht soll den Mundraub von Mäusen und anderem Getier verhindern. Dann wird die Grube mit feinem Sand ausgelegt, etwa fünf Zentimeter dick. Nun werden die von Blättern befreiten Wurzelgemüse in Kisten sortiert in die Grube gestellt und fotografiert.

Das Foto ist wichtig, damit ich im Winter an der richtigen Stelle nach dem gewünschten Gemüse suchen kann. Die Kisten werden nun mit einer dicken Lage Zeitungspapier abgedeckt. Neben der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich hier die „Schweriner Volkszeitung“ natürlich nach dem Lesen, als hilfreich erwiesen. Abgedeckt mit einer dicken Lage Sand, Kükendraht, einer dicken Packung Stroh und einer wasserdichten Folie ist fast die ganze Arbeit getan.
Lediglich eine dicke Schicht Gartenerde oder ein Laubhaufen beschwert mit Ästen oder Heckenschnitt obenauf sollen das Eindringen von Frost verhindern.

Fertig, so eingepackt wird meine diesjährige Ernte für frisches Gemüse und Abwechslung in unserer Kastanienhof-Küche sorgen.

Selbst die etwas festeren Wintersalate aber auch Mangold und Kohl lassen sich so über Wochen frisch halten. Übrigens, so ganz ohne Energie funktioniert eine Gemüsemiete doch nicht. Nach der vielen Buddelei und dem Geschleppe von Kisten macht sich nun doch mein Energiehaushalt bemerkbar.

Ein Kürbissüppchen, vielleicht mit eingelegten Essigbirnen, getrockneten Apelstücken oder knusprigen Speckstreifen, selbstverständlich aus eigener Prodktion, wird sicherlich für Abhilfe sorgen.

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