Bentin : Erntefest zum Einheitstag

Georg Bückle und Jessika Papendick freuen sich auf die Gäste am Sonnabend.
Georg Bückle und Jessika Papendick freuen sich auf die Gäste am Sonnabend.

Darauf haben die Einwohner jahrzehntelang gewartet

svz.de von
30. September 2015, 23:31 Uhr

Jahrzehntelang haben die derzeit 84 Einwohner Bentins auf ein Erntefest gewartet. Das soll ab Sonnabend zur Geschichte gehören. Denn der ehemalige Dortmunder Georg Bückle engagierte sich zusammen mit 30 weiteren Mitgliedern des im Mai gegründeten Kulturvereins „Neues Leben“ Bentin im Dorf und trägt damit seinen Teil zur Wiedervereinigung vor 25 Jahren bei.

„Ich denke, die Leute im Dorf freuen sich, schließlich kam von ihnen auch die Idee. Ich habe mich schon immer engagiert und mache das zusammen mit allen anderen auch jetzt“, sagte der Wahl-Bentiner, der vor fast sieben Jahren vom Ruhrpott in das Dorf kam und hier eigentlich etwas Ruhe suchte. Doch davon ist Rentner Georg Bückle weit entfernt, denn nicht nur die Gründung eines Vereins im Mai entwickelte sich nach und nach, auch werden nun in kleinen Schritten immer wieder Veranstaltungen geplant und durchgeführt. „Den Anfang haben wir schon beim Maibaumaufstellen gemacht. Da gab es unseren Verein noch gar nicht, aber alle haben sich das gewünscht und so haben wir das erste Mal alle an einem Strang gezogen“, erklärte Bückle, der noch einmal ausdrücklich darauf hinwies, dass sich derzeit mehr als ein Drittel aller Einwohner für eine Aktivierung des Dorflebens engagieren. Im Mai sei dann auch die Idee des Erntefestes entstanden. „Ich bin jetzt 27 Jahre alt, aber ein Erntefest in unserem Dorf kenne ich nicht“, erzählte Vereinsmitglied Jessica Papendick. Daran können sich nur noch die älteren Dorfbewohner erinnern. Einem von ihnen, nämlich Alfred Lengning, wird am kommenden Sonnabend eine ganz besondere Ehre zuteil. Im Fundus seiner alten Sachen befindet sich noch eine Ansprache eines längst vergessenen Erntefestes. Genau mit dieser Schrift aus vergangenen DDR-Zeiten soll das Erntefest im sanierten Gemeinderaum nach dem kleinen Umzug um 17.30 Uhr eröffnet werden. Anschließend wird es eine Bilderschau und einen Tanz geben. „Wir fangen ganz klein an, mal sehen, wie es ankommt“, ist Georg Bückle gespannt.

Interessiert ist Bückle auch an den Reaktionen der Bewohner, wenn sie im frisch sanierten Kulturraum der ehemaligen LPG wieder einer Veranstaltung beiwohnen. Eine neue Küche, eine neue Decke, neuer Fußboden, neue sanitäre Anlagen sind an nur fünf Wochenenden und der Unterstützung einiger Investoren und Sponsoren entstanden. „Bei den Arbeitseinsätzen waren wir immer zehn bis 15 Leute. Man sieht, dass die Einwohner das hier wollen. Ich freue mich und bin gespannt“, sagte Bückle.

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