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Nach Havarie gestern : Erneut Rohrbruch in Gadebusch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Einfahrt zur Innenstadt nun komplett gesperrt. Alte Leitungen halten womöglich Reinigungsdruck nicht stand. Rohrspülungen ausgesetzt

von
erstellt am 01.Aug.2017 | 16:20 Uhr

Kaum zu glauben: Keine 24 Stunden nach dem ersten Rohrbruch der Trinkwasserleitung bricht nicht einmal 500 Meter davon entfernt die Hauptwasserleitung in der Johannes-Stelling-Straße. Direkt vor dem Haus Nummer 20 schlagen die Bewohner die Hände über den Kopf zusammen: „Das kann nicht wahr sein.“ Durch den Druck des Wassers heben sich die Gehwegsteine mehr als zehn Zentimeter an. Das Granitsteinpflaster wird aufgespült und versinkt anschließend im Straßenkörper. Wie am Tag zuvor, wollen Autofahrer die Absperrung des Zweckverbandes Radegast ignorieren. Kurzfristig wird der Verkehr über die Einkaufspassage umgeleitet. „Da es sich um Privatgrundstücke handelt, kann diese Verkehrsführung nicht von Dauer sein“, so Bauamtsmitarbeiter Holger Saupe.

Klar ist: Die Johannes-Stelling-Straße ist zwischen der Abfahrt Markant und Einfahrt Aldi bis auf Weiteres nicht passierbar. Somit wird auch dieses Straßenstück in der Innenstadt für den Verkehr voll gesperrt. Lediglich die Zufahrten zum Markant-Einkaufsmarkt und Discounter Aldi sind offen und passierbar.

„Angesichts der Lage der Baumaßnahmen an der B 104 Umgehungsstraße müssen wir die komplette Verkehrsführung durch die Innenstadt deutlicher Kennzeichnen“, sagt Holger Saupe. Bislang galt die Johannes-Stelling-Straße als innerstädtische Umleitung. Das funktioniert nun nicht mehr.

Fest steht: Beim zweiten Leck wird die Straße auf 20 Metern Länge aufgenommen. Die Versorgung mit Trinkwasser wollen der Zweckverband und die Vertragsfirmen bis in die späten Abendstunden erreichen. Geschäfte, wie der Friseursalon, müssen die Arbeit unterbrechen. Der Abschnitt wird für mindestens eine Woche voll gesperrt.

„Damit wir wieder eine passierbare, innerstädtische Verbindung erhalten, festigen wir mit Unterbau und Asphalt die Schadstellen. Im Herbst müssen wir uns Gedanken über die neue Pflasterung machen“, sagt Saupe. Alles andere mache bei dem aufgeweichten Untergrund keinen Sinn.

Worauf die Schwachstellen der in DDR-Zeiten verlegten Trinkwasserrohre beruhen können auch Zweckverbandsvorarbeiter Elmar Borgwedel und der Technische Leiter Dirk Fröhling nur mutmaßen. Alter, der hohe Grundwasserstand und Bewegung im Boden - all das kann letztlich zum Bruch geführt haben. Ebenso erfolgte in den benachbarten Straßenzügen die Rohrspülung. Möglicherweise mit Auswirkungen auf die alte Asbest-Zement-Beton-Leitung. Der Zweckverband kündigte eine Prüfung an.

„Die Leitung wurde in den 1970er-Jahren verlegt, bei der Sanierung Mitte der 1990er-Jahre war sie gerade einmal 20 Jahre alt. Zu früh für eine vorsorgliche Erneuerung“, so Saupe und Fröhling. Darüber hinaus sei eine spontane Neukonzeptionierung des Leitungsnetzes Johannes-Stelling-Straße und Lübsche Straße nicht von heute auf morgen realisierbar. „Das kostet viel Geld und bedarf der Planung“, so Fröhling.

Sicherheit geht vor und somit gilt: „ Die angekündigten Netzspülungen der Trinkwasserleitung werden nicht durchgeführt, bzw. aufgrund der Situation ausgesetzt. Wir informieren neu“, sagt Fröhling weiter.

Bereits am Montag bemühten sich die Mitarbeiter der Baufirma TUK (Tief- und Kulturbau) aus Schwerin bis Mitternacht, um die Anwohner der Lübschen Straße wieder mit Trinkwasser zu versorgen. Ein Kunststoffrohr überbrückt die Schadstelle.

 
 

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