Natur : Erlebnis im Kräutergarten

Bei Anna Habicht (r.) heißt es probieren, wenn es in den Kräutergarten geht. Thomas Bönsch, Susanne Hoffmeister und Gerd Schriefer (v.l.) gehören zum Vergaberat der Regionalmarke und wollen wissen, wie Fenchel aus dem Garten schmeckt. Fotos: volker Bohlmann
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Bei Anna Habicht (r.) heißt es probieren, wenn es in den Kräutergarten geht. Thomas Bönsch, Susanne Hoffmeister und Gerd Schriefer (v.l.) gehören zum Vergaberat der Regionalmarke und wollen wissen, wie Fenchel aus dem Garten schmeckt. Fotos: volker Bohlmann

Zuwachs beim Projekt „Regionalmarke Biosphärenreservat Schaalsee - Für Leib und Seele“ / Ferien abseits der Großstädte gefragt

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01. September 2015, 00:03 Uhr

Wie man sich bettet, so liegt man - Sprichwörter wie diese, kennt Barbara Nikolic natürlich. Damit ihre Gäste besonders gut schlafen, schüttelt sie die Betten in der Ferienwohnung „Klipperbusch“ in Roggendorf auf. „Am Wochenende kommen die Gäste“, sagt sie. Das alte Pfarrhaus ist eine Adresse für Städter, die einfach mal raus wollten, so Nikolic. Und: „Die Besucher lieben es, einfach an der Feuerschale im Garten den Fledermäusen bei der abendlichen Jagd zuzuschauen.“ Eine Art Naturkontakt, den die Menschen aus Ballungszentren wie Hamburg, Frankfurt a. M. und Berlin nur noch selten kennen. Ihr Ziel sei nicht selten Roggendorf.

Das Haus beteiligt sich am Projekt Regionalmarke „Biosphärenreservat Schaalsee - Für Leib und Seele“. „Einen Titel, den es nicht auf Dauer gibt“, sagt Susanne Hoffmeister von der Biosphärenreservatamtsverwaltung Schaalsee-Elbe. Gemeinsam mit Thomas Bönsch (Stadtvertreter Zarrentin) und Gerd Schriefer (beide Vergaberat) erfolgt die Prüfung der Kriterien der Regionalmarke. Dazu zählen Wohnqualität, ökologisches Bauen, Mülltrennung, Barrierefreiheit, Angebot von regionaler Werbung, Umweltbewusstsein und natürlich das Frühstücksangebot unter mehr als 50 Kriterien. Susanne Hoffmeister: „Wir prüfen in einem vorgegebenen Rhythmus. In diesem Jahr sind es 33 Antragsteller, darunter sechs Neuanträge mit Ferienhausanbietern.“

Kräuter statt Betten stehen bei Anna Habicht hoch im Kurs. Die Noch-Hamburgerin hat sich in den vergangenen Jahren bereits einen Namen als Kräuterexpertin erarbeitet. Jetzt bewirbt sie sich um die Regionalmarke.

Ihr Haus in Lassahn, in direkter Nachbarschaft zum „Seeblick“, ist die Erfüllung all ihrer Träume: „Vor der Grenzöffnung standen wir in Groß Zecher und haben gesagt, dass wir gerne mal wieder zurück möchten. Vor ein paar Jahren saß ich mit einer Freundin zum Kaffee in der Gaststätte gegenüber und meinte ,hier möchte ich einmal wohnen’“. Heute steht ihr Haus in Lassahn all jenen offen, die Wissenswertes über Heilkräuter vor der Haustür und deren Verwendung in Tinkturen erfahren möchten. „Hier ist es möglich, sich mit zahlreichen Menschen zu vernetzen, etwas aufzubauen“, sagt sie. Dazu gehören Heilkräuterseminare für das Kloster Rehna oder eben die stark nachgefragten Workshops im Anrichten von Likören. „Da kommen naturgemäß mehr Männer“, erzählt Habicht und lacht. Im Ort könne man sich zudem bestens mit der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte auseinandersetzen, Streitgespräche suchen und neue Wegbegleiter finden.

Ihr Wissen um die Kräuter, deren Besonderheiten und Wirkung fasziniert die Menschen zusehends. „Somit kann ich die Menschen für die Natur sensibilisieren“,sagt Habicht.

Ein Engagement, das der Wertungskommission gefällt. Nicht weniger der blühende Garten und die naturgerechte Pflege des Areals. Ob all die Punkte für eine Regionalmarkenmitgliedschaft sprechen, kann Hoffmeister noch nicht sagen: „Der Vergaberat tagt am 9. September.“  

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