Wismar : Entschieden: Bayern planen Kreissitz-Ausbau

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Wismar ist bereits Kreissitz. Auf dem Areal soll ein Erweiterungsbau entstehen.
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Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Wismar ist bereits Kreissitz. Auf dem Areal soll ein Erweiterungsbau entstehen.

Trotz wachsender Kritik am geplanten Ausbau des Kreissitzes in Wismar treibt der Landkreis Nordwestmecklenburg das Millionenprojekt voran.

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12. März 2014, 00:15 Uhr

Trotz wachsender Kritik am geplanten Ausbau des Kreissitzes in Wismar treibt der Landkreis Nordwestmecklenburg das Millionenprojekt voran. Wie der amtierende Landrat, Gerhard Rappen, gestern erklärte, habe der Kreisausschuss entschieden, wer den Zuschlag für die Planung erhalten soll: das Büro Löhle Neubauer Architekten. Das Büro aus Bayern hatte bereits den Architektenwettbewerb gewonnen (SVZ berichtete).

Nach Angaben von Gerhard Rappen soll das neue Gebäude an der Rostocker Straße in Wismar zum 30. November 2016 fertiggestellt werden. Es werde für rund 130 Mitarbeiter der Kreisverwaltung gebaut. Rappen geht davon aus, dass der Kreistag an dem Beschluss und somit an dem Vorhaben festhalten werde. Er betonte zudem, dass die Malzfabrik Grevesmühlen auch künftig voll ausgelastet sein werde.

Kritik an dem Millionenprojekt hatte gestern Nordwestmecklenburgs Ex-Landrat Erhard Bräunig in einem SVZ-Interview geäußert. Bräunig sprach von ökonomischem Unsinn und warnte vor der möglichen Verschwendung von Steuergeldern. Zweifel meldete der Ex-Landrat zudem an den veranschlagten Kosten in Höhe von 8,5 Millionen Euro an. Er fordert, das Projekt müsse noch einmal auf den Prüfstand.

Bräunigs Kritik hat eine neue Diskussion um den Ausbau des Kreissitzes ausgelöst. „Wenn es künftig keine 100-prozentige Auslastung der Grevesmühlener Malzfabrik geben sollte, dann steht der Ausbau in Wismar unter einem völlig anderen Licht“, sagte Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest. „Jeder Euro wäre dann besser in Schulen, Kitas und Straßen investiert“, so Howest.

In die Diskussion um den Kreissitz-Ausbau schaltete sich gestern auch der ehemalige Landtagsabgeordnete Hermann Bollinger (CDU) ein. Der Raddingsdorfer erklärte gegenüber der SVZ: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die komplette Kreisverwaltung in Wismar sein wird.“ Einen Schritt weiter geht Thandorfs Bürgermeister Wolfgang Reetz. „Es ist zwar eine gewagte Idee: Aber vielleicht sollte der Landkreis die komplette Malzfabrik verkaufen und das Geld für den Bau in Wismar verwenden“, so das Thandorfer Gemeindeoberhaupt.


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