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Tierheim Roggendorf : Entengeschnatter im Hundezwinger

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

34 Enten kommen in Roggendorf unter. Die Tiere wurden vom Veterinäramt beschlagnahmt

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 04:45 Uhr

Im Hundezwinger schnattert es zurzeit ziemlich aufgeregt. Das Tierheim Roggendorf hat seit einigen Tagen neue Mitbewohner: 34 Flug- und Hausenten. „Damit rechnet man im Tierheim ja nicht unbedingt“, sagt Meike Jaworski als sie im Gehege steht. Es ist das erste Mal, dass in Roggendorf Enten aufgenommen wurden. „Wir mussten uns erst einmal belesen, was die Haltung und Fütterung angeht.“

Die Tiere wurden in Pokrent beschlagnahmt. „Der Besitzer war mit der Haltung überfordert“, sagt Tierschützerin Jaworski. Die Enten waren verdreckt, unterernährt und teilten sich einen rund zehn Quadratmeter großen Stall noch mit 15 Hühnern und acht Gänsen. Zusammen mit elf Katzen wurden sie aus ihrem Martyrium befreit. Die Gänse und Hühner sind auf dem Lottihof untergekommen, Katzen und Enten leben in Roggendorf. Zwei Tiere haben die Strapazen nicht überstanden und sind eingegangen.

Meike Jaworski hofft, dass die Enten möglichst zügig vermittelt werden können. „Es wäre schön, wenn jemand die Tiere nimmt und nicht schlachtet“, sagt sie. Zwar seien die Flug- und Hausenten eigentlich Schlachtvieh. „Aber die Tiere hatten bisher kein schönes Leben.“ Deshalb ist nun ihre Hoffnung, dass das Federvieh in eine artgerechte Haltung vermittelt werden kann und dort einen schönen Lebensabend verbringt. Interessenten müssen nicht gleich alle 34 Tiere nehmen. „Wir sind auch schon froh, wenn jemand nur drei oder vier Tiere aufnimmt“, sagt Meike Jaworski.

Auf den Zustand der Tiere hatte eine Nachbarin des Halters Anfang des Jahres aufmerksam gemacht und schließlich mit dem Tierheim Kontakt aufgenommen. „Wir dürfen aber kein Privatgrundstück ohne Erlaubnis betreten“, sagt Jaworski. Deshalb wurde das Veterinäramt eingeschaltet, das sich mit dem Pokrenter Tierbesitzer dann immer wieder über die Situation unterhalten hat. Schlussendlich gab es aber nur zwei Möglichkeiten: die Tiere zu beschlagnahmen oder sie notzuschlachten. Das wollten die Roggendorfer Tierschützer aber verhindern und richteten zwei Hundezwinger her. Dort wurden sie von einer Tierärztin untersucht. „Sie waren voller Parasiten“, sagt Jaworski. Die Enten wurden entwurmt und mit einem Antibiotikum behandelt. Mittlerweile sind sie wieder gut drauf, schnattern, fressen und legen fleißig Eier. Am Ostersonntag sammelten die Tierschützer 21 Eier ein.

Das Veterinäramt hat dem Pokrenter Tierhalter gestattet, zwei kastrierte Katzen zurückzuholen. „Damit er nicht ganz alleine ist“, sagt Meike Jaworski. Der Zustand der beiden Tiere wird regelmäßig kontrolliert.

Wer Interesse hat, Entenbesitzer zu werden, kann sich im Roggendorfer Tierheim unter der Nummer 038876-31863 melden.

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