Entdeckungstour in Rehna

<fettakgl>Simone Jürß (l.)  zeigte </fettakgl>den mehr als 80 Gästen die Besonderheiten der Rehnaer Klosteranlage. <fotos>Schmidt/Panknin</fotos>
1 von 2
Simone Jürß (l.) zeigte den mehr als 80 Gästen die Besonderheiten der Rehnaer Klosteranlage. Schmidt/Panknin

svz.de von
19. Februar 2012, 08:21 Uhr

Rehna/Wiligrad | Eisig weht der Wind an diesem Tag. Die Kragen von Jacken und Mänteln sind hochgeschlagen. Dennoch können die Mitglieder des Klostervereins Rehna zufrieden sein. Mehr als 80 Gäste haben sich eingefunden und wollen mehr erfahren über die Geschichte der ehemaligen Klosteranlage. Die Fakten dazu erhalten sie von Simone Jürß. Die 49-Jährige führt die Besucher aus Gadebusch, Grieben, Klütz, Kalkhorst, Groß Schwansee und Kiel durch die historische Anlage. Sie erzählt von der Gründungszeit des Klosters, zeigt bauliche Besonderheiten. "1237 gab es offiziell hier ein Kloster. Wir haben noch drei Flügel des Kreuzganges übrig", verdeutlicht Simone Jürß.

Die Vorsitzende des Klostervereins, Eva Doßmann, spricht von einem Filetstück. "Die Klosteranlage ist das Vorzeigestück von Rehna. Die Besucherzahl zeigt, dass sie bedeutsam ist", sagt Doßmann. Berthild Horn ist fast ein bisschen neidisch. Die Schwerinerin ist Vorstandsmitglied des Bundesverband der Gästeführer in Deutschland und meint: "Rehna hat mehr Besucher als andere Orte, die sich am Weltgäste führertag beteiligen. Es ist schon bemerkenswert, was hier in relativ kurzer Zeit geschaffen wurde." Horn betont dabei, wie wichtig es sei, dass Gäste in einer Stadt eine feste Anlaufstelle hätten.

Der Weltgästeführertag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Durch Tür und Tor". In kostenlosen Führungen erfahren Besucher mehr über Portale und Tore an Kirchen, Rathäusern und Klöstern und mittelalterliche Stadtmauern. Darüber hinaus sind Schlösser wie das in Wiligrad für Besucher geöffnet. Dieses Schloss zeichnet eine besondere Geschichte aus. Bis zum Kriegsende war Wiligrad im Besitz der herzoglichen Familie. Dort wurden im November 1945 Verhandlungen zwischen den Generälen Barber und Lyaschenko über die Gebietsbereinigung und Grenzfestlegung zwischen Mecklenburg und Schleswig-Holstein geführt. Die Unterzeichnung des so genannten Lyaschenko-Abkommens fand am 13. November 1945 im Gadebuscher Schloss statt. Drei Jahre lang war im Schloss Wiligrad dann ein Typhuslazarett untergebracht bis 1948.

Wiligrad war vieles. Zuhause für den Herzog, Lazarett, Partei- und Polizeischule. Bis 1951 beherbergte Schloss Wiligrad die Landesparteischule der SED "August Bebel". Erst nach der Wende - 1990 - wurde Schloss Wiligrad für die Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht.

In den vergangenen Jahren hat sich wieder einiges getan. Der Kunst- und Schlossverein Wiligrad arbeiten sehr gut zusammen. Der Kunstverein kümmert sich um die Kunst und organisiert Ausstellungen. Der Schlossverein kümmert sich um Führungen wie diese am Weltgästeführertag.

Nach gut einer Stunde geht es in Wiligrad zum Aufwärmen ins Schloss. Hier haben die Besucher des Welt gästeführertages noch einmal ein Aha-Erlebnis. Denn der Raum, der den Besuchern gezeigt wird, wird heute auch als Trauzimmer genutzt. Seit einigen Jahren ist Wiligrad eine Außenstelle des Standesamtes Lübstorf. Dort können sich dann die Frauen einmal wie Prinzessinnen fühlen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen