Englisch sprechen, aber richtig

„Can you give me the towel?“: Cindy Jenderny (l.) von der Kurverwaltung Insel Poel überreicht das Handtuch, nach dem sie gefragt wurde. Sprachtrainerin Ilona Chrystel Haeusler(m.) hat die wichtigsten Phrasen für die Übung notiert.
„Can you give me the towel?“: Cindy Jenderny (l.) von der Kurverwaltung Insel Poel überreicht das Handtuch, nach dem sie gefragt wurde. Sprachtrainerin Ilona Chrystel Haeusler(m.) hat die wichtigsten Phrasen für die Übung notiert.

Sprachkurs für Tourismusbranche in Westmecklenburg / Mehr internationale Gäste kommen in Metropolregion Hamburg

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28. September 2018, 12:16 Uhr

Dänen, Schweden, Niederländer – Westmecklenburg wird bei ausländischen Touristen immer beliebter. Umso wichtiger sind für Gaststätten , Hotels und Einzelhandel gute Englischkenntnisse. Doch die sind alles andere als selbstverständlich.

„Do you speak English?“, fragte Sprachtrainerin Ilona Chrystel Haeusler in die Runde. Auf die Frage, ob sie Englisch spreche, antwortete Cindy Jenderny: „A little bit.“ Ein wenig. Sie und ihre Kollegin Janine Kuhnert von der Kurverwaltung der Insel Poel in Kirchdorf waren zwei der 13 Teilnehmer, die beim Englisch Survival-Sprachtraining im Ludwig-Bölkow-Haus in Schwerin mitmachten. Der Englischkurs ist Teil des Tourismus-Projektes „Welcome to Metropolregion Hamburg“. Mit verschiedenen Veranstaltungen rund um den internationalen Gast sollen Fachkräfte von Hotels, Museen, Tourismusinformationen und Einzelhandel in Westmecklenburg, aber auch im weiteren Einzugsgebiet in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, geschult werden. Insgesamt zählt die Metropolregion 20.000 Unternehmen in der Tourismusbranche.

„Mecklenburg-Vorpommern bietet viel für den internationalen Gast“, sagte Projektleiterin Verena von der Hagen. In der Metropolregion gibt es insgesamt 5,1 Millionen Übernachtungen internationaler Gäste. Diese ist vor allem bei Dänen, Schweden, Niederländern sowie Österreichern und Schweizern beliebt. Mecklenburg-Vorpommern zählte 2017 knapp eine Millionen Übernachtungen. Westmecklenburg gehört zur Metropolregion und erfreut sich zunehmender Beliebtheit: Im ersten Halbjahr 2018 ist die Anzahl der Übernachtungen internationaler Gäste im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozentpunkte gestiegen. Um die steigende Nachfrage zu halten, sei es wichtig, sich touristisch auf den internationalen Gast einzustellen, so von der Hagen. Anfang des Jahres gab es in Schwerin und Wismar bereits Schulungen zu Anforderungen internationaler Gäste, Marketingstrategien sowie ein Englisch-Training. Letzteres war mit 45 Teilnehmern so gut besucht, dass die Veranstaltung nochmals aufgelegt wurde, erklärte Kristin Just von der IHK Schwerin, Kooperationsparter des Projektes. Cindy Jenderny und Janine Kuhnert von der Insel Poel nehmen dieses Angebot gern an, denn 2018 kamen viele internationale Gäste. Beim ersten Kurs frischten bereits ihre Kollegen ihr Englisch auf.

Bei Jenderny ist der Englischunterricht länger her, sagt sie. Oft rufe sie bei ausländischer Kundschaft Kollegen oder helfe sich mit „Schulenglisch und Händen und Füßen“. Kuhnert lernte im Kurs „gerade Begriffe, die man sonst nicht parat hat.“ In einem Rollenspiel übten die Teilnehmer Vokabeln und Phrasen, sollte der Gast beispielsweise nach „rolls“ (Brötchen), „pain killer“ (Schmerztabletten) oder „towel“ (Handtuch) fragen. Unterstützt wurden sie von der kanadischen Muttlersprachlerin Ilona Chrystel Haeusler. Sie legte den Fokus auf Vokabeln der Tourismusbranche und Höflichkeitsformen. Dabei sei die perfekte Grammatik nebensächlich. „Wichtig ist, dass man sich verständigen kann“, sagte Haeusler. Das bestätigte auch Veranstalterin van der Hagen. Der Kurs sei zum Hürden abbauen. Deswegen ist der Spaß am Sprechen wichtig und dass im Kurs gelacht wird. An diese positiven Momente erinnern sich die Teilnehmer , sobald ein internationaler Gast da steht. Dann falle es leichter zu sagen: „Hello, how can I help you?“

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