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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 04:02 Uhr

Diskussion : Energiewende bleibt eine Hürde

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bürger diskutieren mit Landespolitikern über alternative Energiequellen / Windkraft weiterhin umstritten

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2015 | 23:23 Uhr

Die Zukunft der Alternativen Energien war Thema einer Diskussionsrunde auf Kreisebene. Eingeladen hatte die Linksfraktion zum Thema „Alternative Energie - Chancen oder Zankapfel für die Kommunen“.

Schnell wurde deutlich, dass in puncto Windkraft die Akzeptanz der Windräder nichts mit dem Abstand zur Wohnbebauung zu tun hat. So müsse grundsätzlich zwischen Befürworter und Gegnern von Windenergierädern gesprochen. „Das hat eine Untersuchung gezeigt, deren Ergebnisse ich hier einmal mitgebracht habe“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Mignon Schwenke.

Sie erläuterte die Einstellung der Partei zu alternativen Energiequellen und erklärte, dass Atomkraft nicht mehr für die Strom- und Wärmeversorgung dienen dürfe. Gleichzeitig verdeutlichte Schwenke, dass die Bundesregierung bis zum Jahre 2050 eigentlich 100 Prozent der Energien aus Alternativen Energieträgern gewinnen wollte. Das hätte sich mittlerweile auf 80 Prozent reduziert. Derzeit läge die Versorgung bei 25 bis 30 Prozent.

Gadebuschs stellvertretender Fraktionschef, Thomas Konieczny, hingegen zeigte sich über die zunehmenden Windenergieanlagen wenig erfreut und erklärte, die kurze, aber heftige und am Ende erfolgreiche Aktion Wakenstädts gegen einen Windenergiepark und erzählte über seine eigenen Erfahrungen. „Ich habe mir mal den Spaß gemacht, bin zu einem Park gefahren und habe mich immer ein Stück weiter davon entfernt und beobachtet. Ich muss sagen, die Resultate waren ernüchternd: Geräuschpegel und Schattenschlag waren störend“, sagte der Gadebuscher.

Er wies noch einmal auf das Dorf Stöllnitz hin, wo die Anwohner seit einiger Zeit einen Windenergiepark direkt vor der Nase hätten. Doch die umweltpolitische Sprecherin konterte: „Dass wir eine Energiewende wollen, darüber sind wir uns einig, sagen aber nein zur Windenergie? Das passt doch nicht.“

Um ihren Standpunkt zu untermauern, hatte die Fraktion den Bürgermeister aus Bollewick im Landkreis Röbel-Müritz eingeladen. Denn sein 650-Einwohner-Dorf ist ein Vorzeige-Energiedorf und nicht zuletzt deshalb sei Meyer auch ganz klar für alternative Energiequellen. Allerdings habe er in seiner Gemeinde nicht ein einziges Windrad. Vier landwirtschaftliche Großbetriebe sorgen für die Wärme im Ort. Die Gemeinde sei zudem in der Lage, gleich drei Kindertagesstätten anzubieten und zähle jedes Jahr 140 000 Besucher ihrer deutschlandweit einmaligen Feldsteinscheune.

Berthold Meyer sei es wichtig, die Menschen einzubinden. „Alle waren vom ersten Spatenstich, dem Glas Sekt, der Bockwurst bis zum Verlegen des Hausanschlusses dabei“, sagte er. „Ohne alternative Energien werden es unsere Enkel schwer haben. Wir müssen den Grundstein für die Zukunft jetzt legen“, sagte er.

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