Gadebusch : Ekelfunde am Straßenrand

Alte Matratzen gammeln vor sich hin. Daneben liegen blaue Säcke. Das Ordnungsamt findet auf seinen Touren so einiges an Müll in der Region.  Fotos: Ordnungsamt Gadebusch
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Alte Matratzen gammeln vor sich hin. Daneben liegen blaue Säcke. Das Ordnungsamt findet auf seinen Touren so einiges an Müll in der Region. Fotos: Ordnungsamt Gadebusch

Ordnungsamt Gadebusch findet immer wieder illegal entsorgten Müll. Die Kosten der Beseitigung liegen bei 25 000 Euro im Jahr

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10. März 2015, 07:00 Uhr

Schweinsköpfe, Schafsfelle, Geflügelreste und ein toter Hund – sorgsam in einen blauen Sack verpackt. Das Ordnungsamt Gadebusch hat schon so manchen grausigen Fund am Straßenrand machen müssen. „Dass wir Tierkadaver finden, kommt oft vor. Eigentlich in jeder Gemeinde“, sagt Andra Tiedemann-Olk vom Ordnungsamt. Im Wald in Dragun zum Beispiel wurden kürzlich die Reste von Puten gefunden.

Doch nicht nur die Überreste von Tieren muss das Amt Gadebusch entsorgen. Auch Autoreifen, Möbel, Matratzen, Bauschutt und Hausmüll gammeln am Straßenrand, in Wäldern oder auf Wirtschaftswegen vor sich hin. Und es kommt stetig neuer Müll dazu. „Im Stadtwald haben wir einen Sack mit gebrauchten Windeln und Asbestplatten gefunden“, erzählt Uwe Tews. Der Leiter des Gadebuscher Bauhofs ist verärgert: „Die Leute sind zu faul, ihre Pappe kleinzumachen, überall liegen die Verpackungen von Fastfood-Ketten rum, es werden Fernseher an die Containerplätze gestellt und wir finden oft Hausmüll in den öffentlichen Papierkörben.“ Der Mitarbeiter des Bauhofs, der für die Leerung der Papierkörbe zuständig sei, würde kaum mit der Arbeit hinterherkommen. „Das kostet die Stadt viel Kraft.“

Und auch Geld. Der Bauhof muss pro Jahr mit etwa 20  000 Euro für die Abfallentsorgung rechnen, rund 5000 Euro zahlt das Ordnungsamt jedes Jahr, um Müll beseitigen zu lassen – darunter auch Altöl und Asbest, die aufwendig und teuer als Sondermüll abtransportiert werden. Die Gemeinde muss dafür aufkommen und am Ende zahlt der Bürger für die Entsorgung des Mülls von Einzelnen.

Der Bauhof macht jeden Tag seine Müllrunde. Auch das Ordnungsamt Gadebusch ist mehrfach in der Woche unterwegs und achtet dabei auf illegal abgeladenen Müll. „Es liegt immer irgendwo etwas Neues herum“, sagt Andra Tiedemann-Olk. „Wir würden uns wünschen, dass die Bürger mehr Bewusstsein für die Ordnung in ihren Gemeinde aufbringen würden“, sagt Uwe Tews. „Doch es interessiert anscheinend niemanden.“

Das Ordnungsamt will deshalb härter gegen die Müllsünder vorgehen. Und auch wer den Kot seines Hundes nicht wegmacht, wird in Zukunft verstärkt mit Bußgeldern zu rechnen haben. „Ordnungswidrigkeiten können mit bis zu 5000 Euro geahndet werden“, so Andra Tiedemann-Olk. Eine Bürgerin musste bereits 150 Euro an die Stadt überweisen, weil sie nach einer ersten Verwarnung auch beim zweiten Mal den Kot ihres Hundes nicht ordnungsgemäß entsorgt hatte.

Es sei nicht einfach, die Umweltfrevler auf frischer Tat zu ertappen, sagt Andra Tiedemann-Olk. „Wir sind auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen. Wir würden uns wünschen, dass die Leute mehr darauf achten, auch untereinander.“ Kommt jemand zum Ordnungsamt, um mitzuteilen, wer für einen Müllhaufen verantwortlich sei, würde sein Namen unter Verschluss gehalten, verspricht die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes. Die Namen der Müllsünder zu kennen und diese zur Rechenschaft ziehen zu können, wäre ein Schritt in Richtung einer sauberen Gemeinde.

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