Bobitzer bereiten seit 45 Jahren Eispezialitäten zu : Eisrezept bleibt Familiengeheimnis

<strong>Liebe zur kalten Leckerei:</strong> Petra Panow, Kerstin Wolf, Roswitha Wilmes und Detlef Panow (v. l.) sind leidenschaftliche Eisverkäufer. Foto: mata
Liebe zur kalten Leckerei: Petra Panow, Kerstin Wolf, Roswitha Wilmes und Detlef Panow (v. l.) sind leidenschaftliche Eisverkäufer. Foto: mata

Eis in Variationen, darauf versteht sich Familie Panow. Seit 45 Jahren bewirtschaften sie ihre Eisdiele. 1969 eröffnete Willi Panow das Geschäft in Bobitz. Grundstock war ein Eisrezept, das er selbst kreiert hatte.

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27. März 2013, 07:05 Uhr

Bobitz | Eis in Variationen, darauf verstehen sich Willi Panow und sein Sohn Detlef. Seit 45 Jahren bewirtschaftet die Familie ihre Eisdiele. 1969 eröffnete der heute 79-jährige Vater das Geschäft in Bobitz. Grundstock war ein Eisrezept, das er in den Monaten zuvor kreiert hatte. Ein Geheimnis, das lediglich Sohn Detlef kennt. "Kein Eishersteller gibt sein Rezept preis. Jedes Eis soll seinen eigenen Geschmack haben", sagt Detlef Panow. Der Junior übernahm 2001 die Eisdiele von Vater Willi.

In diesem Jahr gestaltet sich der Saisonauftakt allerdings ein wenig schwierig. Die Außentemperaturen sind zu kalt und so ist die Lust am Eisessen auch noch nicht ausgebrochen. "Im vergangenen Jahr hatten wir um diese Zeit schon zweistellige Plusgrade, da war hier schon deutlich mehr los", erklärte Detlef Panow.

So blieb dieser Tage ein wenig Zeit für einen Rückblick. An jene Tage, als die kühle Leckerei in Kübeln aus einer Garage heraus verkauft werden musste. "Ja, da kann ich mich noch gut dran erinnern. Als Junge musste ich bei heißem Wetter immer auf die umliegenden Feste, um Eis zu verkaufen. Ich habe gebetet, dass es regnet. Alle durften baden gehen und ich musste Eis verkaufen", erzählt der heute 54-Jährige.

Mittlerweile kann der Bobitzer darüber lachen. Seiner Tochter Claudia blieb eine derartige "Schule" erspart. "Claudia hat zwar hin und wieder hier ausgeholfen, aber so wie wir als Kinder gearbeitet haben, brauchte sie nicht zu helfen", so der Geschäftsinhaber. Geschichten, die könne er ausreichend erzählen. "In den 70er-Jahren gab es ein Jahr lang keine Waffeln. Es war einfach nichts zu machen. So mussten wir Eis in Glasschälchen verkaufen und die hinterher wieder abwaschen. Außerhausverkauf ging also nicht", erinnert sich Detlef Panow. Die Wendezeit war nicht weniger aufregend. Zahlreiche DDR-Geschäfte wurden aufgelöst. "Es war schon schwierig. Kaum jemand wollte Geld für Eis ausgeben. Erst als unsere Neubauten im Dorf saniert wurden und die Bauarbeiter zu uns kamen, wurde es wieder mehr. Die Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich dann Jahr für Jahr positiv bemerkbar gemacht", so Detlef Panow. An der Seite von Frau Petra, Schwägerin Kerstin und Schwester Roswitha wird nun acht Monate am Stück, sechs Tage die Woche das Eis hergestellt und verkauft, bevor es in die Winterpause geht. "Bis Mitte Oktober ist geöffnet", berichtet Panow.

Engagement, das sich auszahlt, denn ein regionaler Radiosender ehrte das Unternehmen mit der Goldenen Eiskugel - ein Preis für die von den Hörern gewählte, beliebteste Eisdiele des Landes. "Das war schon eine Überraschung. Plötzlich kamen die her und zeichneten uns aus", so Panow. Jetzt hat er nur einen Wunsch: Sonnenschein und Frühlingswetter, damit die Eisproduktion nach Familienrezept wieder auf ganzer Breite anfahren kann.

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