zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

15. Dezember 2017 | 18:58 Uhr

Gadebusch : Eisenbahnfest lockt 1000 Besucher an

vom

An der Station Burgsee haben gestern knapp 1000 Menschen das 115-jährige Bestehen der Eisenbahnstrecke Schwerin-Rehna gefeiert. Der Gadebuscher Holger Hempel hieß Besucher gestern herzlich willkommen.

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2012 | 10:39 Uhr

Gadebusch | An der Station Burgsee haben knapp 1000 Menschen das 115-jährige Bestehen der Eisenbahnstrecke Schwerin-Rehna gefeiert. Sie erneuerten dabei die Forderung, die Bahnstrecke zu erhalten und den Lückenschluss nach Lübeck in Angriff zu nehmen. Sie untermauerten dies u. a. mit einem Lied, das der Klosterverein Rehna anlässlich des 115-jährigen Bestehen der Strecke Schwerin-Rehna am Gadebuscher Bahnhof anstimmte. In dem Liedtext heißt es: "Ihr lieben Herrn Minister, gebt euch nicht wie die Philister. Hier wär’ das Geld gut angelegt, hier wär’ es sinnvoll investiert."

Aus Sicht von Martin Reininghaus vom Aktionsbündnis "Rehna-Schönberg" würde ein Lückenschluss die Städte Gadebusch und Rehna sowie die gesamte Umgebung sinnvoll an die Metropolregion Hamburg anschließen. "Wenn wir die Abwanderung stoppen wollen, brauchen wir eine angemessene Anbindung an die Metropolregion mit öffentlichen Verkehrsmittel", sagte Reininghaus.

Das Fest an der Station Burgsee hatte nicht nur Besucher aus Gadebusch, Rehna und Schwerin angelockt. Es wurde auch eine Art Wiedersehensfeier für ehemalige Eisenbahner. Sie präsentierten historische Uniformen oder stempelten wie Rotraud Warnatz und Astrid Schmal Fahrscheine mit der Aufschrift "115 Jahre Eisenbahnstrecke Schwerin-Rehna" ab.

Warnatz und Schmal hatten in den 1980er-Jahren im Fahrkartenschalter des Gadebuscher Bahnhofs gearbeitet. Sie zeigten sich gestern begeistert, dass das historische Gebäude saniert und so vor dem Verfall gerettet wurde. Für Astrid Schmal ist der Bahnhof zudem der Ort, an dem sie ihre große Liebe fand. "Seit 27 Jahren bin ich mit meinem Knut inzwischen glücklich verheiratet. Ich lernte ihn hier kennen, als er mit dem Zug nach Rehna wollte und bei mir eine Fahrkarte kaufte", so Schmal.

Holger Hempel, der Eigentümer der Station Burgsee, verdeutlichte, welchen Stellenwert die Bahn hat: Eine der größten Entdeckungen des vergangenen Jahrhundertes sei und bleibe die Eisenbahn. Sie habe das kulturelle, wissenschaftliche, wirtschaftliche Leben verändert. "Die Eisenbahn hat Güter von uns getragen, von der Ostsee bis zum Alpenrand. Sie hat uns in den Urlaub geschickt und wieder gut nach Hause gebracht. Doch sind wir uns alle bewusst, was unsere Großväter und Urgroßväter geleistet haben, um das möglich zu machen, wovon wir heute profitieren?", fragte Hempel.

Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest setzt so wie Hempel und das Aktionsbündnis "Bahnlückenschluss Rehna-Schönberg" auf den Erhalt der Strecke. Er bezeichnete den Bahnhof als den mit Abstand schönsten entlang der Strecke, wenn nicht in ganz Mecklenburg. Das historische Gebäude war im Mai dieses Jahres nach einer aufwändigen Sanierung wieder eröffnet worden.

Das gestrige Fest mitgestaltet hatten neben dem Freundeskreis Historische Eisenbahnuniformen unter anderem das Blasorchester der Stadt Gadebusch, der Plattdütsche Verein to Rehna, der Klostervein Rehna und der Karow-Lübzer Modelleisenbahnclub e. V sowie weitere Unterstützer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen