Königsfeld : Einwohner sind gegen Windpark

Die Einwohner hatten viele Fragen an Bürgermeister Klaus Babbe (l.). Zufriedenstellende Antworten gab es für die Seite der Einwohner nicht.
Die Einwohner hatten viele Fragen an Bürgermeister Klaus Babbe (l.). Zufriedenstellende Antworten gab es für die Seite der Einwohner nicht.

Gemeindevertretung von Königsfeld stimmt allerdings für die Errichtung von zwölf Windrädern

svz.de von
09. August 2018, 12:00 Uhr

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Königsfeld hat mit sieben Ja-Stimmen und einer Stimmenthaltung über das gemeindliche Einvernehmen zur Errichtung von zwölf Windkrafträdern nördlich von Klein Rünz befunden. Damit stellten sich die gewählten Vertreter auf ihrer Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Groß Rünz gegen die Meinung der gut 40 anwesenden An- und Bewohner. 20 von ihnen kamen aus der Gemeinde Königsfeld und stellten sich bei einer Abstimmung ganzheitlich gegen den Beschluss.

„Sie sind die von uns gewählten Vertreter. Wir erwarten, dass sie unsere Interessen vertreten. Das tun sie hier nicht“, erklärte Anwohner Dirk Endrulat. Der Bülower legte sogar noch einen Bauantrag der Bauherrn vom Mai 2017 an das Amt Rehna vor und wollte eine Erklärung haben, warum die Anwohner erst vor wenigen Wochen von diesem Bauantrag zu wissen bekamen. „Demzufolge hat der Bauantrag mehr als ein Jahr beim Amt Rehna gelegen, ohne beachtet zu werden“, sagte Endrulat. Für Bürgermeister Klaus Babbe war dieser Bauantrag nicht der, über den jetzt befunden werden sollte, wollte das aber prüfen lassen. Babbe versuchte den aufgebrachten Anwohner klar zu machen, dass die Gemeindevertreter keinen Einfluss auf die Genehmigung des Bauantrages habe.

Man werde lediglich um eine Stellungnahme gebeten. Um sich später Vorteile in Sachen Beteiligung und Stromersparnis zu verschaffen, sei die Gemeindevertretung für einen Bau. „Es werden zahlreiche Ämter und Stellen um eine Stellungnahme gebeten. Die Gesamtheit aller Stellungnahmen wird am Ende ein Ergebnis bringen. Ich hätte es richtig gefunden, wenn die Gemeindevertretung auch unsere Meinung kund getan hätte“, sagte Endrulat. Auch der Löwitzer Jagdpächter Jörn Quednow stellte sich wie alle anderen anwesenden Gäste gegen diesen Beschluss. „Ich habe schon Windräder fast direkt vor der Nase und sie können mir glauben, dass ich von Windgeräuschen betroffen bin und schon zahlreiche tote Vögel im Bereich gefunden haben“, sagte der Löwitzer.

Einigen konnten sich die Königsfelder und die Gemeindevertretung lediglich darauf, zwei Zusatzpunkte in die Stellungnahme aufzunehmen. So forderten die Einwohner eine Entschädigungszahlung aufgrund der Wertminderung für ihre Häuser und eine Bestandsaufnahme von Schäden am Haus. Denn zum Bau werden große Lastkraftwagen die Straßen nutzen und möglicherweise Risse oder Setzungen verursachen. Darauf wollen die Einwohner am Ende nicht auch noch selbst sitzen bleiben.

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