Strassenumbennung : Einwohner erkämpfen Teilerfolg

Bürgermeister Klaus Babbe in einer teils hitzig geführten Diskussion. Keine 20 Stunden später siegte die Vernunft.
Bürgermeister Klaus Babbe in einer teils hitzig geführten Diskussion. Keine 20 Stunden später siegte die Vernunft.

Das Umbenennungsverfahren von Straßennamen und Hausnummern in einigen Teilen der Gemeinde Königsfeld wurde vorerst gestoppt

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27. Januar 2016, 23:45 Uhr

Gute Nachrichten für Königsfeld: Das Amt Rehna hat gestern das Umbenennungsverfahren von Straßennamen und Hausnummern in einigen Teilen der Gemeinde gestoppt. Damit reagierte das Amt auf eine entsprechende Forderung von Bürgern, die zwar nicht von der Umbenennung ihrer Straße wegen eines doppelt vorhandenen Straßennamens, wohl aber von einer aus ihrer Sicht überraschenden Neuvergabe ihrer Hausnummern betroffen sind.

Die Erklärung des Bauamtsleiters Dirk Groth im Wortlaut: „Im Auftrage des Bürgermeisters der Gemeinde Königsfeld, Herrn Babbe, teile ich mit, dass zum o.g. Sachverhalt zeitnah nochmals eine Beratung in der Gemeindevertretung respektive in den Ausschüssen stattfindet. Insbesondere geht es um die Rehnaer Straße/Carlower Straße in der Ortslage Groß Rünz, um die Schulstraße in Bülow und um die Ortslage Klein Rünz. Bis zum Abschluss der Beratungen bleibt das Umbenennungsverfahren (Straßennamen/Hausnummern) in den genannten Ortslagen ausgesetzt.“ Damit müssen sich die betroffenen Einwohner vorerst auch nicht amtlich ummelden.

Im Vorfeld war nach Erscheinen eines SVZ-Artikels und einer daraufhin erfolgten Unterschriftensammlung Bürgermeister Klaus Babbe gestern im Amt Rehna vorstellig geworden, um eine Regelung im Sinne des Bürgerwillens zu erwirken. Und das zumindest vorerst mit Erfolg.

Noch am Vorabend waren in der Bürgermeistersprechstunde der Gemeinde Königsfeld erhitzte Gemüter aufeinander getroffen. Ein Dutzend Einwohner hatten Klaus Babbe gegenüber ihren Unmut über die Neuvergabe von Hausnummern in den Straßen ihres Dorfes Luft gemacht. Denn im Zuge der Umbenennung von doppelt vergebenen Straßennamen in Königsfeld sollen auch von der Umbenennung nicht betroffene Straßen neu durchnummeriert werden. „Und das ohne erkennbaren Grund oder irgendeine Notwendigkeit“, sagt Manuela Maule stellvertretend für die aufgebrachten Bürger.

Und die wiederum hatten wie viele andere Einwohner auch ihre Unterschrift unter eine Erklärung gegen die Änderung der Hausnummern gesetzt. Einige Familien haben sogar komplett unterschrieben. Ihre Forderung: Bei den Straßen, die ihren Namen behalten, soll alles so bleiben wie es jetzt ist. Nix neue Hausnummern, nix großes Kuddelmuddel. Denn genau das befürchten die Dorfbewohner. Und genau deshalb hatten sie ihren Bürgermeister so vehement und emotional bedrängt, sich dafür stark zu machen, dass dieser Plan so nicht in die Tat umgesetzt wird.

Das sind so die Tage, an denen es ein Bürgermeister nicht so wirklich leicht hat. Doch Klaus Babbe hat Verständnis für den Unmut seiner Königsfelder. Vor allem das kurze Zeitfenster zur Umsetzung der Maßnahme stieß zuvor auf Kritik. Erst Mitte Januar flatterten den Betroffenen die Bescheide mit der Aufforderung zur Ummeldung ins Haus. Doch bereits zum 1. Februar sollte neben der Straßenumbenennung auch die umstrittene Neuvergabe von Hausnummer in den Straßen mit den alten Namen erfolgen. „Der Einwand über eine viel zu kurzfristige Benachrichtigung ist absolut berechtigt“, erklärt der 51-Jährige. Und: „Ich hätte nichts dagegen, wenn alles so bleibt, wie es ist.“

Doch das kann der Landwirt nicht allein entscheiden. Bis es zu einer endgültigen Regelung kommt, müssen sich die engagierten Bewohner also noch etwas in Geduld üben, dürfen ihren nunmehr erkämpften Teilerfolg aber ruhig ein wenig feiern.

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