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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:09 Uhr

Soziales Jahr : Eintauchen in die Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jugendliche können in die Denkmalpflege schnuppern / Jugendbauhütte Wismar hat noch zehn Plätze für Soziales Jahr in MV zu vergeben

svz.de von
erstellt am 05.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Kirchen ausmalen oder für die Fenster Bleiverglasungen herstellen, in Museen nach Schätzen suchen oder alten Türen wieder zu neuem Glanz verhelfen: Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege macht, der hat die Möglichkeit, sich auszuprobieren, seine Neugier zu befriedigen und viel dazuzulernen. „Es ist eine vielseitige Geschichte“, sagt Martin Bettermann, Leiter der Jugendbauhütte Wismar. „Behörden, Museen, Architekturbüros und Handwerksbetriebe sind mit im Boot – insgesamt gibt es bei uns fast 40 Einsatzmöglichkeiten.“

22 Plätze kann Bettermann in diesem Jahr besetzen, zehn sind noch frei. „Wir suchen noch junge Leute, die Lust auf ein Jahr in der Denkmalpflege haben“, sagt er. Die Einsatzstelle kann der Freiwillige sich selbst aussuchen. „Aber die Firma oder das Museum müssen natürlich zustimmen und die Chemie muss stimmen“, sagt Bettermann.

Luise Brügemann ist Glaserin, ihre Firma in Schönfeld Mühle fertigt Bleiverglasungen für Kirchen an – ein sehr seltener Beruf. „Wir haben uns auf Neuanfertigungen und Restaurierungen von Bleiverglasungen und Glasmalerei und deren Schutz spezialisiert“, erzählt die Firmeninhaberin. Der Drei-Mann-Betrieb hat bereits gute Erfahrungen mit FSJlern gemacht und bietet jetzt wieder einen Platz für ein Freiwilliges Jahr an. „Zuerst fangen die FSJler mit leichten Arbeiten an, dazu gehört zum Beispiel, zu kitten und zu putzen, dann können sie Glas zuschneiden und beim Ein- und Ausbau der Fenster helfen.“ Später bestehe zudem die Möglichkeit, selbst kleine Bleiverglasungen anzufertigen. Die Arbeit sei jedoch nicht so leicht, sagt Luise Brügemann. „Im Winter arbeiten wir auch bei Minusgraden draußen, man macht sich dreckig und wir arbeiten viel im Stehen.“ Anwärter für ein FSJ bei ihrer Firma sollten deshalb vor allem Lust und Interesse an diesem besonderen Berufsbild mitbringen, sagt die Firmeninhaberin. „Und sportlich sollten sie sein, die Gerüste sind manchmal sehr eng und man muss mehrfach am Tag rauf- und wieder runterklettern.“ Derzeit arbeiten Luise Brügemann und ihre Mitarbeiter an Kirchen in Gressow, Banzkow und Dobbin am See, gestern waren sie im Schloß Bothmer.

Für das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege kann sich bewerben, wer die Schulpflicht erfüllt hat. „Die Bewerber sollten natürlich Engagement und Interesse mitbringen“, sagt Martin Bettermann. Habe ein Anwärter ganz bestimmte Wünsche oder Vorstellungen von einer Stelle, bemühe sich Bettermann, einen passenden Platz für diesen zu finden, verspricht er. Sechs mal im Jahr wird für die Freiwilligen ein Seminar angeboten, um die praktischen Aspekte von handwerklichen Techniken zu vermitteln. Die FSJler erhalten zudem monatlich Taschengeld und einen Verpflegungszuschuss. „Insgesamt sind es etwa 400 Euro, die sie bekommen“, sagt Martin Bettermann. Die Sozialversicherungsbeiträge werden zu 100 Prozent vom Träger gezahlt.

Wer Interesse hat, sich im Denkmalschutz umzuschauen und sich handwerklich zu betätigen, der bekommt weitere Informationen zum FSJ in MV bei Martin Bettermann unter Telefon: 03841- 22 69 43.

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