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Ehrenamtlich: Nico Jokisch als Naturschutzwart unterwegs : Einsatz für die knorrigen Eichen

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Rucksack, Wanderschuhe und Landkarten - wenn Nico Jokisch in der Natur zwischen der Köchelstorfer Mühle und dem Wedendorfer See unterwegs ist, dürfen die wichtigen Ausrüstungsgegenstände nicht fehlen.

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erstellt am 07.Mär.2012 | 11:03 Uhr

Utecht/Wedendorf | Rucksack, Wanderschuhe und Landkarten - wenn Nico Jokisch in der Natur zwischen der Köchelstorfer Mühle und dem Wedendorfer See unterwegs ist, dürfen die wichtigen Ausrüstungsgegenstände nicht fehlen. Der 34-Jährige Utechter ist ein echter Naturliebhaber. Somit folgte er einem Aufruf des Nordwest-Kreises und wurde gemeinsam mit acht Naturfreunden von Landrätin Birgit Hesse zum ehrenamtlichen Naturschutzwart im Landkreis ernannt.

Rund 32 Kilometer vom Heimatort entfernt, erstreckt sich vom Wedendorfer See entlang der Tine bis zur Köchelstorfer Mühle sein Kerngebiet. Ein Naturraum mit Feuchtbiotopen, knorrigen Eichen, stattlichen Buchen, Totholz und Nutzwaldbereichen eingebettet in einer hügeligen und teilweise noch unverbauten Landschaft.

Ein Status, den es lohnt zu erhalten. Davon ist Nico Jokisch überzeugt. Mit erhobenem Zeigefinger belehren oder Bußgeldbescheide forcieren, daran sei ihm nicht gelegen. "Es geht vielmehr darum, die Menschen für die Natur vor ihrer Haustür zu sensibilisieren und mit ihnen etwas für den Erhalt zu unternehmen", sagt Jokisch. In Zeiten, in denen die Bäume in der Landschaft zur Brennholzgewinnung geerntet und gerne bis auf wenige Zentimeter über dem Boden zurechtgestutzt werden, sei es beispielsweise enorm wichtig, auch auf die Bedeutung von Totholz hinzuweisen. "Bäume mit Hohlräumen sind beispielsweise wichtige Habitate für Fledermäuse und Lebensraum unzähliger Insekten, die wiederum auf dem Speiseplan zahlreicher Vögel stehen", so Jokisch. Aufgeräumte Wälder sind bekanntlich artenarm und somit will Jokisch um mehr Akzeptanz werben. Unstrittig sei, dass an Wegen und Straßen morsche Bäume abgenommen werden müssen. Die Formel sei verständlich, meint auch Dr.-Ing. Roland Finke, vom Fachdienst Umwelt beim Landkreis: "Wir wollen die Natur für die Menschen schützen und nicht vor den Menschen." Somit erhofft sich der Landkreis, dass bei ausreichend Akzeptanz die Chance besteht, dass wilde Baumfällungen und das Abladen von Müll in der Natur der Vergangenheit angehören könnten.

Der Kreislauf in der Natur ist dem Utechter bestens bekannt. Als dem gelernten Industriemechaniker in einer Schweriner Produktionshalle die Arbeit zu eintönig erschien, kündigte er, absolvierte auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur und studierte Forstwirtschaft und Öko-System-Management. "Aktuell befinde ich mich bundesweit auf Jobsuche, da kommt mir das ehernamtliche Projekt gerade recht", sagt Jokisch. Schon während seines Studiums engagierte er sich beim Nandu-Projekt im Biosphärenreservat Schaalsee, studierte das Verhalten der großen Laufvögel und wie sich diese in ihrer nicht angestammten Heimat entwickeln.

Im Landschaftsschutzgebiet Wedendorfer See-Köchelstorfer Mühle will Jokisch sich ganz unkompliziert für die Belange im Naturschutz und folglich der Menschen einsetzen. Ein Konzept, das der Nordwest-Kreis mit weiteren Interessierten weiterentwickeln will. Finke: "Uns liegen neue Bewerbungen als Naturschutzwart vor." Interessenten können sich beim Fachdienst Umwelt in der Malzfabrik Grevesmühlen informieren.

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