SMS-Tag am Gymnasium Gadebusch : Einmal Schulleiter für einen Tag

Diskutierten gestern gemeinsam über den Standort der neuen Bushaltestellen-Überdachung vor dem Gadebuscher Gymnasium: Schulleiter Ingolf Litzner sowie Caitlin Grigoleit und Juliane Jörn als „Schulleiterinnen für einen Tag“ und Carolyn Bieletzki (v.l.n.r.), die in den Hausmeister-Job hineinschnupperte.
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Diskutierten gestern gemeinsam über den Standort der neuen Bushaltestellen-Überdachung vor dem Gadebuscher Gymnasium: Schulleiter Ingolf Litzner sowie Caitlin Grigoleit und Juliane Jörn als „Schulleiterinnen für einen Tag“ und Carolyn Bieletzki (v.l.n.r.), die in den Hausmeister-Job hineinschnupperte.

Vom Hausmeister über Essenausgabe bis zum Direktor: Am Gymnasium Gadebusch schmissen gestern wieder Schüler den Schulbetrieb

svz.de von
17. März 2016, 12:00 Uhr

Machen statt meckern – so könnte man das Projekt „Schüler machen Schule“ am Gymnasium Gadebusch wohl auch überschreiben. Denn an diesem Tag übernehmen die Schüler einer 10. Klasse sämtliche in der Schule anfallenden Aufgaben. Vom Lehrer-Job über die Schulleitung, Sekretärin, zentrale Essenausgabe bis hin zum Hausmeister – alle Funktionsbereiche innerhalb der Schule werden durch die Schüler ersetzt. Motto: Verantwortung übernehmen und lernen, wie man Dinge organisiert und Regeln macht.

Die Klasse 10a hatte sich in einem schulinternen Wettbewerb mit ihrem Projekt „Miteinander – füreinander. Ausländische Kulturen näher kennenlernen“ gegen die drei anderen zehnten Klassen durchgesetzt und so die begehrte Ausrichtung des SMS-Tages gewonnen. Und während ihre Mitschüler als Lehrer, Sekretärin oder Hausmeister unterwegs waren oder einen der Themenstände betreuten und dort frisch zubereitete Crêpes und andere Leckereien aus der französischen und italienischen Küche an hungrige Mitschüler und Lehrer verkauften, schlüpften Caitlin Grigoleit und Juliane Jörn in die Rolle als „Schulleiterinnen für einen Tag“.

„Als Schulleiter muss man echt mehrere Dinge gleichzeitig machen können, auch wenn man keine Frau ist“, sagt Juliane Jörn. Viel Demokratie und Bürokratie sei zu beachten, ergänzt Caitlin Grigoleit. Man müsse schauen, dass niemand zu kurz kommt und man trotzdem noch alles unter Kontrolle hat. „Wenn also der Schulleiter eine E-Mail an den Minister schreibt, gleichzeitig ein kleines Mädchen in sein Büro kommt und nach einem Pflaster fragt und dann auch noch der Vertretungsplan gemacht werden muss, ist es schon nicht ganz einfach, das alles unter einen Hut zu bekommen“, so die 16-jährige Schlagsdorferin.

Stempel drauf, das ist jetzt Gesetz – so hatte sich Juliane Jörn den Direktor-Posten oftmals vorgestellt. „Doch so ist das überhaupt nicht. Herr Litzner macht Vorschläge und die werden dann diskutiert. So wie die Jahresplanung für das kommende Schuljahr, die ist jetzt schon fertig, damit alle Lehrer ihre Termin- und Urlaubsplanung einbringen können“, sagt die Goddinerin, die später einmal Lehrerin werden möchte. Reizt eventuell auch der Job als Schulleiter? „Nein, niemals! Zu viel Stress, kaum Pausen, das ist mir zu anstrengend.“

Holger Glaner

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