Köchelstorf : Eine Schärpe für Super-Kuh „Karin“

„Karin und wir“: Norbert Ehmcke, Reinhard Drews, Gerrit van der Velde, Werner Kuhn, Thomas Behrens und Karin Schelinski (v.l.n.r.) Fotos: volker bohlmann
1 von 2
„Karin und wir“: Norbert Ehmcke, Reinhard Drews, Gerrit van der Velde, Werner Kuhn, Thomas Behrens und Karin Schelinski (v.l.n.r.) Fotos: volker bohlmann

In elf Jahren 100 000 Liter Milch gegeben. Modernste Anlagen, artgerechte Tierhaltung ermöglichen hohe Milchproduktion in Köchelstorf

von
08. März 2014, 00:15 Uhr

Milch macht müde Männer munter – wer kennt diesen Slogan nicht. Damit immer ausreichend frische Milch für aufgeweckte Menschen vorrätig ist, hat SuperKuh „Karin“ von der Agrargenossenschaft Köchelstorf die „Schallmauer“ durchbrochen: „100 000 Liter Milch hat sie in ihren elf Lebensjahren gegeben. Das ist eine besondere Leistung“, sagt Reinhard Drews, Geschäftsführer des Unternehmens.

Ob „Karin“ den Trubel um ihre Auszeichnung gerochen hat, ist schwer zu sagen. Eher gelassen nahm sie gestern das Prozedere wahr, als Norbert Ehmke und Thomas Behrens die Holstein-Friesen-Kuh von Kopf bis Huf herausputzten. Alles sollte perfekt sein für das Erinnerungsfoto. Vom Milchkontrollverein MV gab es die blaue Schärpe und eine Auszeichnung in Form eines Wandtellers. Helmut Schirmacher vom Kontrollverein lobt die Leistung: „Eine Durchschnittskuh gibt 24 000 Liter in ihrem Leben.“

Tiere, die mehr als die vierfache Leistung vollbringen, locken auch schon einmal einen EU-Parlamentsabgeordneten nach Köchelstorf. Werner Kuhn wollte sich zumindest die persönliche Einladung von Reinhard Drews nicht entgegen lassen. Beide hatten sich Tage zuvor erst in Brüssel getroffen. Weniger praxisnahe Themen, wie die anstehende Agrarreform, standen dort auf der Tagesordnung. Aber ohne Theorie geht es nicht. „Wir müssen informiert sein“, sagt Drews.

Aber gestern stand eben „Karin“ im Mittelpunkt und folglich ihre Namensgeberin Karin Schelinski aus Groß Hundorf. Seit 40 Jahren arbeitet sie in der Agrargenossenschaft. Steht allmorgendlich um 3.30 Uhr auf der „Matte“, versorgt die Tiere. Gegen 9 Uhr geht es nach Hause. Es folgen ein paar Stunden Schlaf, bevor es von 14.30 bis 19 Uhr zur zweiten Schicht geht. „Man gewöhnt sich daran. Ich bin auch sicher, dass ich keine normale Arbeitszeit möchte“, sagt sie. An Ausgleich fehle es ihr nicht. Innerhalb von 30 Tagen gebe es zehn Tage frei. Dass „Karin“ ihre Namensvetterin ist, freut sie: „Wenn bei uns eine Milchkuh solch eine Quote erreicht, erhält sie einen Namen.“ Die besondere Fürsorge ist darin eingeschlossen.

In jedem Fall motivierend für die gesamte Mannschaft wirkt sich die laufende Modernisierung des Unternehmens aus. Für Millionen von Euro entstehen modernste Stallungen, wurde der neue beheizbare und höhenverstellbare Melkstand in Betrieb genommen. „Vieles läuft vollautomatisch ab“, erzählt Mitarbeiter Thomas Behrens.

Entscheidend für die Milchleistung bleibt, dass die Tiere heute wieder auf einem „Strohbett“ ruhen. Zweimal am Tag werde gemolken, zwischendurch gibt es kraftvolles Futter. Nichts von der Stange: „Wir produzieren alles selbst, damit die Qualität stimmt“, sagt Drews. Der Qualitätsanspruch rechne sich, meint er und verweist auf die Milchleistung. Im Durchschnitt gaben die Kühe im vergangenen Jahr 10 118 Kilogramm Milch - alle Milchkühe zusammen (750) gaben sieben Millionen Kilogramm.


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen