Katy Karrenbauer : Eine Piratin packt aus

Katy Karrenbauer, Star des Piraten Open Air Theaters Grevesmühlen. Fotos: POA/Glaner (5)
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Katy Karrenbauer, Star des Piraten Open Air Theaters Grevesmühlen. Fotos: POA/Glaner (5)

Katy Karrenbauer, der neue Star des Piraten-Open-Airs in Grevesmühlen, im Interview mit der SVZ. Wir verlosen 15x2 Freikarten. Wie??? Beantwortet einfach unsere Frage und schickt die Antwort an onlineredaktion@svz.de . Einsendeschluss ist Donnerstag den 10.7.2014 um 24 Uhr. Welche Figur spielte sie bei Hinter Gittern und brachte für Katy Karrenbauer den Durchbruch?

svz.de von
08. Juli 2014, 23:49 Uhr

Grevesmühlen Katy Karrenbauer ist der neue Star im Piraten Open Air Theater Grevesmühlen. Zum Exklusiv-Interview traf sich die charismatische Schauspielerin mit Holger Glaner.

Piraten-Fans sind über Ihr Engagement begeistert. Was hat Sie hierher verschlagen?

Katy Karrenbauer: Ich habe 2013 in Elspe bei den Karl-May Festspielen im „Ölprinz“ auf der Open Air Bühne gestanden und wünschte mir, nach einem tollen Sommer, mindestens noch eine Saison Open Air spielen zu dürfen. Dann kam die Anfrage von Peter Venzmer für das Piraten-Open-Air und ich war sofort begeistert. Ich sah mir dann eine Vorstellung an und mir ging wirklich das Herz auf. Vor allem hatte mich die liebevolle Art der Inszenierung von Benjamin Kernen fasziniert. Peter Venzmer und ich waren uns dann schnell einig und jetzt bin ich hier.

Sind Sie gern hier? Was imponiert Ihnen am Piraten Open Air in Grevesmühlen?

Oh ja! Die Rolle der Capt´n Consuela Celeste Roberts hat Peter Venzmer mir ja auf den Leib geschrieben und ich finde, er hat das wunderbar gemacht. Es macht mir riesigen Spaß, auf der Piraten-Bühne zu stehen, mit all den Mitstreitern wie Falk-Willy Wild, mit dem ich schon seit Jahren befreundet bin, mit Dustin Semmelrogge, mit dem ich vor Jahren einen Film drehte, mit Rocco Stark, den ich im Dschungel großartig fand und mit dem ich mich längst angefreundet habe und natürlich mit den vielen anderen tollen Kollegen wie Benjamin Kernen, Marc Zabinsky, Arne Nobel und etlichen mehr. Dazu kommt, dass ich diese Bühne mit ihrem künstlich angelegten See einfach großartig finde, denn man spürt die Liebe zum Detail. Auch die Pyrotechnik lässt absolut nichts zu wünschen übrig und ist auch in diesem Jahr eines der großen Highlights.

In Grevesmühlen sind Sie die Gegenspielerin von Capt’n Flint. Gut so, oder hätten Sie lieber an seiner Seite gekämpft?

Manchmal würde ich wirklich gern in Capt´n Flints Truppe mitkämpfen, denn ich finde seine Crew großartig und alle hatten auch, gerade bei den Proben, wirklich viel Spaß. Da wäre ich tatsächlich manchmal gern „übergelaufen“. Aber ganz im Ernst. Ich habe eine wundervolle Rolle und ich glaube, dass ich als Gegenspielerin von Capt´n Flint den Zuschauern viel besser im Gedächtnis bleiben werde.

Was müsste Intendant Peter Venzmer tun, um Sie für eine weitere Spielzeit in Grevesmühlen zu verpflichten?

Ach, das fragen Sie ihn am besten selbst. Aber ich denke, er wird, wie jedes Jahr, auch im kommenden Jahr das Publikum mit einem neuen Gesicht und somit einem neuen Gast überraschen wollen. Damit bringt er ja auch neuen Fahrtwind in das Piraten Open-Air-Festival und das mögen die Menschen. Dazu kommt es auf die Geschichte an und die schreibt und entwickelt er ja erst. Aber, ich bin gern hier und vielleicht ergibt es sich auch, dass ich wiederkomme. Wer weiß?

Dem breiten Publikum wurden Sie durch die Rolle der Christine Walter in „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ bekannt. Eine Rolle zwischen Segen oder aber Fluch, weil man danach nur noch darauf reduziert wird?

Ja, Christine Walter alias „Walter“ war sicher meine bekannteste Rolle, wofür ich sehr dankbar bin. Denn seien wir doch mal ehrlich: Vieles in meinem Leben hätte so wohl nicht stattgefunden, wie es stattgefunden hat, wenn es „Hinter Gittern" nicht gegeben hätte. Vielleicht wäre ich auch jetzt nicht beim Piraten-Open-Air. Ich bin nach wie vor sehr dankbar, dass ich mit dem Charakter der „Christine Walter" das Publikum knapp zehn Jahre lang erfreuen durfte und möchte diese Zeit niemals missen. Das Team, die Kollegen, die Produktion, alles stimmte damals. Und es waren einfach nur tolle Jahre. Also, eher Segen als Fluch.

Über Ihr Privatleben ist wenig bekannt. Wo, wie und mit wem leben Sie, innerstädtisch am Puls der Zeit oder fernab vom Schuss im Haus am See?

Ich habe keine Kinder, war verheiratet, bin geschieden, lebe allein und da, wo die Arbeit mich hin verschlägt. Ich komme aus Duisburg im Ruhrpott, bin aber an der Ostsee in Kiel aufgewachsen, liebe das Meer und bin dennoch als 22-Jährige nach Köln gezogen, um dort das erste Stadtteiltheater Kölns zu gründen. Ich glaube daran, dass es Menschen gibt, die füreinander gut sind, bin aber auch immer schon bereit gewesen, mich von Menschen zu trennen, die mir nichts Gutes wollen.

Am meisten erfährt man sicher über mein Privatleben in meinen Büchern „Das Leben ist kein Fischfurz“ und „Die Freiheit nehme ich mir“. Meinen klein aufgelegten Gedichtband „Was geht – bleibt“ habe ich mit nach Grevesmühlen gebracht und er ist nur bei den Piraten Festspielen erhältlich und es gibt auch nur noch wenige Exemplare. Gedichte schreibe ich schon, seit ich 13 Jahre war, wie auch Songtexte und Kurzgeschichten. Darin findet man mich persönlich, die Katy, glaube ich, am besten.

War Ihre Stimme schon immer so markant? Stichwort „sex and drugs and rock’n roll” …?

Ich habe tatsächlich einen Stimmbanddefekt, der sich mit 16 Jahren einstellte. Meine Stimmbänder schließen nicht richtig und so kommt viel Luft durch die Öffnung und sie schwingen nicht richtig. Also, nein ... man kann sich zumindest meine Stimme nicht „antrinken".

Genießen Sie eine ausgiebige Dusche heute intensiver als vor Ihrer Zeit im RTL-Dschungel-Camp? Würden Sie so etwas wieder machen?

Ich würde wieder in den Dschungel gehen, denn ich hatte dort eine großartige Zeit. Leider darf man ja nur einmal rein, haha. Wirklich: Der Trip nach Australien war großartig und ich habe nicht viel vermisst. Das liegt sicher auch daran, dass ich oft allein reise und auch gut allein sein kann. Das ist für Menschen, die ins Dschungel-Camp gehen, dort ihre Liebsten oder ihre Kinder vermissen, sicher weitaus schwieriger.

Welche Höhepunkte, welche Tiefschläge gab es in Ihrem Leben?

Ich bin jetzt 51 Jahre alt und natürlich hat man, wenn man so lange auf diesem Planeten lebt, schon einiges erlebt. Mein Motto ist und bleibt: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen". Ich lebe gern und bin sehr dankbar, dass ich in einem Beruf arbeiten darf, den ich von Herzen liebe. Wenn ich das weiterhin tun darf, was ich sehr hoffe, dann bekomme ich alles andere auch hin. Ich habe auch aus den Tiefen, die es ja wirklich gab, einiges gelernt. Man darf nicht aufhören, dem Leben zuzuschauen, dann erkennt man irgendwann auch, wie unwichtig manche „Probleme“ eigentlich sind.

Mit welchen Schauspiel-Kolleginnen/-Kollegen würden Sie gern einmal vor der Kamera stehen?

Ich bin ein großer Fan von Robert de Niro, Harvey Keitel und Dustin Hoffman. Einmal mit einem dieser wunderbaren Schauspieler drehen zu dürfen, wäre für mich wie ein Lottogewinn. Diese drei sind absolute Präzisionsschauspieler und ich genieße es, ihnen zuzusehen.
Am 30. August tritt SILLY gar nicht weit weg von Grevesmühlen, in Rehna, auf. Gibt’s da ein Wiedersehen mit den ehemaligen Kollegen?

Ich stehe am 30 August ja selbst auf der Bühne, also werden wir uns nicht begegnen. Ich hatte Anna zur Premiere in Grevesmühlen eingeladen, aber auch an diesem Tag spielte sie mit SILLY, sonst wäre sie sicher mit den Kids gekommen. So ist das eben, wenn man im Sommer die Bühnen Deutschlands „rockt". Da begegnet man sich nur, wenn man auf dem selben Festival spielt. Aber, ganz ehrlich: Anna und die Band sind super zusammen gewachsen und ich freue mich, dass SILLY so erfolgreich ist.

Was macht Katy Karrenbauer nach der letzten Vorstellung am 6. September?

Katy fährt nach Elspe und guckt sich die Karl-May-Kollegen ein letztes Mal in diesem Sommer an.Danach werde ich wohl erstmal ein paar Tage zu meiner Mutter nach Kiel fahren, um mit ihr Zeit zu verbringen. Und dann? Wir werden sehen.

Auf jeden Fall stehe ich im Februar mit dem Kindermusical „Land der Träume“ auf der Bühne. Aber jetzt freue ich mich erstmal auf eine tolle Saison mit „Die Schatzinsel – Bone Island", mache mir einen guten Sommer mit meinen zauberhaften Kollegen und dem gesamten Team und freue mich auf ganz viele Zuschauer.

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