Biersommelier : Eine Lehrstunde in Sachen Bier

Biersommelier Jens Henning (M.) erklärt den Gästen im Restaurant „De oll Dörpschaul“ viel Wissenswertes um der Deutschen liebstes Getränk. Fotos: Holger Glaner
1 von 3
Biersommelier Jens Henning (M.) erklärt den Gästen im Restaurant „De oll Dörpschaul“ viel Wissenswertes um der Deutschen liebstes Getränk. Foto: Holger Glaner

Biersommelier Jens Henning entführt die Gäste des Restaurants „De oll Dörpschaul“ in die Welt von Hopfen und Malz

von
20. November 2017, 12:00 Uhr

Brav sitzen die knapp 25 Schüler an den Tischen in „De oll Dörpschaul“ und hängen gebannt an den Lippen ihres Lehrmeisters. Kein Wunder, denn sie wollen ja etwas lernen. Und zwar nicht irgendetwas, sondern über der Deutschen liebstes Getränk. Ute Alm-Linke hatte zu „Bier trifft Kulinarik“ nach Rosenow eingeladen. Durch die Welt von Hopfen und Malz führte Biersommelier Jens Henning die wissensdurstigen Kehlen.

Der 46-Jährige war dafür eigens aus Stralsund angereist. Am Strelasund arbeitet er als Verkaufsleiter für die Störtebeker Braumanufaktur, seit 2010 darf er sich sogar Biersommelier nennen. Als solcher philosophiert der Mann dann schon mal über leichte Duftnoten einer Frühlingswiese, ein leuchtendes Kupferrot im Glas und ein moussierendes Gefühl im Mund. Und redet dabei nicht über Wein, sondern tatsächlich über Bier. „Die Zeiten, als Bier noch ein reiner Durstlöscher war, sind vorbei“, sagt Jens Henning. Längst gehe es um die Kombination von kulinarischen mit Biergenüssen. Um die Frage, welches Bier passt zu welchem Essen oder aber auch umgekehrt.

So ist es auch an diesem Samstagabend in Rosenow. Der Biersommelier gibt die Getränke vor, die Gastgeberinn kreiert daraufhin die kleinen Gaumenfreuden für zwischendurch. Sieben Verkostungsrunden sind angesetzt. Immer in der gleichen Abfolge von Bier-Essen-Bockbier. Ausgehend von einer Ursprungssorte der Familienbrauerei erfahren die Gäste, wie aus einem Porter-, Weizen- oder Lagerbier ein Eisbockbier entsteht. Dieses wird hergestellt, indem ein Ursprungsbier gefroren und das gefrorene Wasser entfernt wird. Somit entsteht ein stärkerer Alkoholgehalt im verbliebenen Bockbier – die Zutaten bleiben gleich, nur Flüssigkeit wird entfernt.

Und so arbeiten sich die wissbegierigen Schüler an diesem Abend durch die Getränkevielfalt ihres Referenten. Auf die Frage, ob man helle Biere kalt und dunkle Biere bei Zimmertemperatur genießen sollte, hat der Stralsunder zum Abschluss noch einen kleinen Tipp parat: „Je dunkler, je mehr Alkohol, umso wärmer kann man ein Bier trinken. Aber aufgepasst, das ist nur so eine Faustregel.“ Klar sei aber, je wärmer ein Bier sei, umso mehr Inhaltsstoffe entfalten sich. Das musste der Bierkenner einst selbst erfahren, als sein früherer Chef ihn bat, drei unterschiedliche Bockbiere zu verkosten. Angeblich wüsste dieser nicht, welches das Beste sei. Henning tat, worum er gebeten wurde und philosophierte munter über die vermeintlich unterschiedlichen Biere los. Was er nicht wusste: Die drei Proben waren vom selben Bier, nur unterschiedlich temperiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen