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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 10:50 Uhr

Eine jecke Reise durch die Zeit

vom

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2012 | 05:31 Uhr

Mühlen Eichsen | Es war eine närrische Reise durch die Zeiten, auf die der Eichsener Carnevals Club rund 200 Gäste zum Auftakt seiner Faschingsveranstaltungen am Sonnabend mitnahm. Eine immer lustige, manchmal skurrile und ab und an politische Reise in die Vergangenheit: Ins Jahr 1972, als sich "drei junge Männer in Mühlen Eichsen die Frage stellten, wieso es Fasching eigentlich nur am Rhein gibt", so Präsident Reiner Dobbertin. Ins Jahr 1979 und damit zum 30. Geburtstag der DDR, den Erich Honecker, wie die Karnevalisten nun wissen, in zweifelhafter Gesellschaft in Berlin verbrachte. Ins Jahr 1983, als sich Sigmund Jähn nach Auskunft der Eichsener Jecken in seiner heimischen Garage auf den nächsten Weltraumspaziergang vorbereitete - und auch in der Eichsener Turnhalle plötzlich rund einen Meter über dem Boden schwebte. Ins Jahr 1995, als auch die Männergruppe des Carnevals Clubs die rhythmische Sportgymnastik für sich entdeckte. Stilecht und sehr zur Freude des Publikums in hautengen Gymnastikanzügen.

Es war aber auch eine Reise in die Gegenwart: In der es sich eine wiedergeborene Marilyn Monroe nicht nehmen ließ, zum 40. Geburtstag des Carnevals Clubs aus einer riesigen Torte zu springen. Und, mit einer zwar ungewohnt männlich-tiefen Stimme, dennoch nicht weniger charmant, ihr weltbekanntes "Happy Birthday" zu säuseln. In der aus dem Wolf der Bundes-Wulff wurde, der im Wald nicht nur auf Rotkäppchen, sondern auch auf Teletubby Tinky-Winky traf. Und in der es die Tänzerinnen der Funkengarde ein weiteres Mal schafften, die Gäste zum Toben zu bringen. Mit nicht verstummenden Zugabe-Rufen forderten sie mehr - und sie bekamen mehr, als die Mädels ihren Showtanz gleich noch einmal aufs Parkett legten.

Es war eine jecke Reise, die in der Zukunft endete - mit einem viel versprechenden Ausblick auf das Jahr 2052, in dem der ECC seinen 80. Geburtstag feiern wird. Und in dem die Funkengarde, zwar deutlich gealtert, auf sechs Tänzerinnen dezimiert und auf Gehstöcke angewiesen, den Saal wie eh und je zum Kochen brachte. Die mitreisenden Zuschauer in der mit Motiven aus den vergangenen 40 Jahren Karneval im Stepenitztal geschmückten Turnhalle jedenfalls kamen auf ihre Kosten. Wie Hartmut Winterfeld, der seit 20 Jahren zum Karneval nach Mühlen Eichsen kommt. "Das Programm ist sehr anspruchsvoll und die Funkengarde präsentiert immer tolle Tänze", lobte er. Auch Tobias und Marie waren begeistert: "Wir sind zum ersten Mal hier, ein Arbeitskollege hatte uns erzählt, dass es hier immer verdammt lustig ist", erzählten sie. Und konnten das nur bestätigen: "Die Stimmung ist super und das Programm ist total gut." Mit ihren Kostümen hatten sie sich, wie viele andere Besucher auch, viel Mühe gegeben. In Anlehnung an einen Werbespot aus dem Fernsehen kam Marie als Glas Milch und Tobias als Schokoriegel.

"Ich bin insgesamt wirklich zufrieden, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird und die Gäste Spaß haben", sagte erfreut Club-Präsident Reiner Dobbertin. "Die Einstellung der Leute stimmt einfach. Sie kommen auch von weiter her, um mit uns einen schönen Abend zu verleben."

Sowohl am 17. als auch am 18. Februar laden die Eichsener Jecken noch einmal zu Abendveranstaltungen ein. Am 19. Februar steigt der Kinderfasching. Karten können telefonisch bei Herrn Döffinger unter der Nummer 038871-22976 bestellt werden.

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